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Termine der Formula Truck Brasilien

Guaporé – 2. März
São Paulo – 6. April
Fortaleza – 10. Mai
Caruaru – 1. Juni
Goiânia – 6. Juli
Rio de Janeiro – 3. August
Campo Grande – 14. September
Curitiba – 12. Oktober
Tarumã – 9. November
Brasília – 7. Dezember


In Brasilien mischt die Formula Truck richtig auf!

Truck Race Samba auf der Südhalbkugel

In Brasilien mischt die Formula Truck richtig auf. Marken wie Mercedes, Scania und Volkswagen bestreiten neun Rennen. Und im Showprogramm tanzen Lkw auf der Piste. Erstaunlich: Viele deutsche Unternehmen unterstützen die Formula Truck.

Wenn er so richtig gut ist, lässt der Besitzer des brasilianischen Formula Truck –Events, Aurelio, fünf Lkw gleichzeitig tanzen. Auf der Start- und Zielgeraden werden die Trucks so positioniert, dass sie sich zu Sambaklängen auf der Stelle im Kreise drehen und mit ihren Reifen schwarze Kreise auf die Piste malen. Ein in die hunderttausende gehendes Publikum goutiert das Ganze mit frenetischem Beifall und der Show ist die Aufmerksamkeit des brasilianischen Fernsehens gewiss.

Überhaupt, das Truck Race-Spektakel besteht in Südamerika viel mehr aus Showelementen, die das Wochenende zur Freude des begeisterungsfähigen Publikums verkürzen. Das heißt aber nicht, dass nicht ernsthaft um Punkte und Platzierungen in der brasilianischen Meisterschaft gefahren wird. Dort geht es, ebenso wie in Europa, um den Sieg. Den Sieg der Fahrerwertung und den Sieg der Markenwertung. Zurzeit ist Volkswagen ganz vorne mit dabei.

Neben VW mischen Mercedes-Benz, Scania, Ford, Volvo und Iveco mit ihren – ganz südamerikanisch – bunt bemalten Trucks in der dortigen Serie mit. Aber auch andere Unternehmen sind im Rennzirkus vertreten, wie etwa Bridgestone, Bosch, ZF oder Knorr-Bremse. Sie alle profitieren vom Massenspektakel inklusive Liveübertragung an einem der neun Rennwochenenden.

Die Regeln unterscheiden sich in einigen Punkten. Es wird nur ein Rennen am Sonntag gefahren, dem eine Anzahl von freien und Qualifikationstrainings an den beiden Vortagen vorangeht. So absolvieren die 25 Fahrer, die pro Saison zugelassen werden, rund sechs Stunden Training und Qualifyings vor dem Rennen. Vor Beginn des Rennens werden verschiedene Showelemente eingebaut, wie etwa der Pilotenkorso. Hier sitzen die Fahrer auf ihren Trucks und werden vom Volk bejubelt. Das Rennen selbst dauert anderthalb Stunden, die Geschwindigkeit ist ebenfalls auf 160 Kilometer pro Stunde beschränkt (Ausnahme Startrunde), und es wird nach den ersten zwölf Runden vom Pace-Truck unterbrochen, um so das Feld wieder zusammenzuführen.

Die technischen Vorschriften für die Trucks sind je nach Marke leicht unterschiedlich mit dem Hintergrund, schwächer motorisierten Fahrzeugen eine ebenbürtige Chance zu geben. Erlaubt beziehungsweise sogar vorgeschrieben sind Scheibenbremsen ohne ABS, Bridgestone-Reifen, Motoren je nach Marke zwischen 7200 und 13800 ccm Hubraum (markenfremde Motoren sind mit Ausnahme des Austausches zwischen VW und Ford nicht zulässig). Eine Automatikschaltung ist verpönt, die Getriebe müssen je nach Marke vom Hersteller oder ZF stammen. Die Mindestgewichte sind ebenfalls nach Fahrzeugmarke unterschiedlich und betragen zwischen 3700 und 4500 Kilogramm.

Hart umkämpft neben der Fahrerwertung ist die Markenwertung, die für die dort ansässigen Unternehmen sehr wichtig ist. Zum Redaktionsschluss lag Volkswagen in dieser Wertung mit 270 Punkten vor Mercedes (179 Punkte) und damit fast uneinholbar vorne.

Ohnehin gilt der führende Brasilianer Felipe Giaffone mit seinem VW Constellation als der Held der Serie. Beim letzten Rennen in Curitiba verbesserte er seinen Vorsprung in Curitiba um weitere 28 Punkte. Den zweiten Platz holte sich Renato Martins, ebenfalls auf Volkswagen und machte damit das Glück des Unternehmens perfekt. Denn das half auch, den Abstand des Teamkollegen Giaffone zum zweitplatzierten Roberval Andrade und seinem Scania zu vergrößern, der mit diesen beiden Ergebnissen auf Platz 3 in Curitiba kam.

Damit könnte VW diese Saison in Südamerika so richtig abräumen. Wer nicht über das nötige Kleingeld verfügt, sich einen dieser sehr spektakulären Rennläufe direkt vor Ort anzusehen, darf hoffen: Möglicherweise gelingt es, einen Teil der Trucks in der Saison 2008 bei einem Gastrennen auf dem Nürburgring zu präsentieren.

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