Und der Zuspruch dieses Evergreens in der Eifel konnte sich erneut sehen lassen. 190 000 Zuschauer tummelten sich übers zum guten Schluss hin sogar sonnige Wochenende auf dem Ring. Bunt das Geschehen abseits des Asphalts, bunt gemischt - von den Nationalitäten her - auch das Feld jener Fahrer, die bei den Truckrennen auf die vorderen Plätze fuhren. In den Rennen, in denen es um Europameisterschaftspunkte ging, dominierten die Piloten des tschechischen Buggyra-Teams. In drei von vier Läufen (zwei Qualifikations-, zwei Hauptrennen) hatte der Schweizer Markus Bösiger die Nase vorn. Nur im letzten, ziemlich turbulenten Rennen ging Bösiger leer aus. Nach einer Kollision schied der schnelle Truckfahrer vorzeitig aus. Trotzdem: Mit diesem erfolgreichen Rennwochenende konnte der Buggyra-Fahrer seinen Vorsprung in der EM-Wertung noch einmal vergrößern.

Mit einigen Startschwierigkeiten hatte Publikumsliebling Gerd Körber (Rheinau) zu kämpfen. In seinem ersten Jahr beim Team Allgäuer lief noch nicht alles rund für den Mann, der in diesem Jahr ein Jubiläum feiert. 20 Jahre lang hat Körber dank seiner Erfolge und spektakulären Auftritte den Truckrennsport entscheidend mitgeprägt.
Doch wer den akribischen Arbeiter Gerd Körber kennt, der weiß, dass der 44-Jährige die Kinderkrankheiten bei seinem MAN-Truck bald abgestellt haben wird und spätestens nächste Saison wieder zu den Siegern zu zählen sein wird. "Es war in all den Jahren meine Stärke, Wissen zu sammeln und Erfahrung weiterzugeben. Das werde ich auch diesmal schaffen", ist sich Körber sicher, bald neue Erfolge einfahren zu können.
Im letzten Rennen hätte es fast zu einem Teilerfolg gereicht. Rang drei wies das Tableau für Körber aus. Doch die Rennleitung brummte ihm wegen unerlaubten Überholens eine 20-Sekunden-Strafe auf. So sprang dann doch nur Platz fünf heraus. Der Tscheche David Vrsecky des Teams Buggyra International Racing System wurde schließlich zum International Truck Master Germany (TMG) gekürt. Der 31-jährige Freightliner Pilot aus Rudnice sammelte in der Wertung von Zeittraining, Qualifikationsrennen und Championship-Rennen die meisten Punkte und erhielt dafür in der Eifel den begeherten TMG-Pokal.

Tempo und Punkte für die Europameisterschaft standen bei den Rennen auf dem Nürburgring im Mittelpunkt. Nur einen Steinwurf von der Grand-Prix-Strecke entfernt ging es nicht minder spannend zu. Allerdings wurde im Fahrsicherheitszentrum des Nürburgrings mehr Wert auf Geschicklichkeit am Steuer eines Lastzuges, Verkehrssicherheit und wirtschaftliches Fahren gelegt. Scania Deutschland ermittelte hier den besten jungen Lkw-Fahrer Deutschlands, der zum großen Finale des „Young European Truck Driver 2007“ im September in Schweden reisen darf und hier die Chance hat, einen 100.000 Euro teuren Lkw zu gewinnen.
Auch MAN hat das Großevent genutzt und seinen Erlkönig, den neuen TGX, einige Runden auf der Rennstrecke dem interessierten Publikum vorgeführt.
DaimlerChrysler ließ sich etwas ganz besonderes für den Ring einfallen: Mit Unterstützung des ETM Verlags aus Stuttgart und der Freiwilligen Feuerwehr aus Ravensburg wurden am Wochenende zwei Zugmaschinen (Actros und Atego) zerschnitten. Die dabei ausgeführten Rettungsübungen zur Bergung der darin verunfallten LKW Fahrer war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und ein weiteres Highlight am Rennwochenende.
Während die PKW-Branche über die Kaufzurückhaltung ihrer Kundschaft jammert, brummt das Geschäft mit den Lastern seit Jahren. Was nicht nur der guten Auftragslage im Güterverkehr zu verdanken ist, sondern auch dem Bemühen, den Fahrern ein modernes Arbeitsgerät zur Verfügung zu stellen. Denn die Männer und Frauen hinter dem Lenker haben bei der Wahl des neuen Fahrzeugs mehr zu sagen, als man gemeinhin denkt. Und gut ausgebildete Fahrer steigen längst nicht mehr auf jeden „Bock“, weiß Thomas Paul Göttl, Geschäftsbereichsleiter von ETMservices, die in diesem Jahr erstmals für die Abteilung Industriepark beim Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring verantwortlich zeichnet.
Und deshalb überrascht es ihn auch nicht, dass Hersteller und Zulieferer der Nutzfahrzeugbranche gegenüber den Vorjahren ihr Engagement beim Truck-Fest in der Eifel wieder kräftig aufgestockt haben und da sein wollen, wo die Fahrer sind. „Wir sind Marktplatz und Messe zugleich für die ganze Branche“, sagt Göttl und kann das mit eindrucksvollen Zahlen belegen. Fünf von sieben Herstellern haben im Industriepark ihre Zelte aufgestellt, mehr als 60 Aussteller zeigen und werben für ihre Produkte.
Göttl ist überzeugt, dass der Aufwärtstrend bei den Industriebeteiligungen auch im kommenden Jahr anhält. „Wir bieten Käufern und Verkäufern ein ideales Umfeld, um in lockerer Rennatmosphäre Geschäfte anzubahnen und abzuwickeln.“
Frei nach dem Motto nach dem Truck ist vor dem Truck planen der Experte für Medienprojekte und Marktkommunikation und sein ETMservices-Team schon die Veranstaltung 2008. Dafür wird man eigene Erfahrungen aus der eigenen Premiere ebenso mit einbeziehen wie die Eindrücke der Industriepartner. „Wir wollen den Mehrwert der Veranstaltung für alle Beteiligten nochmals deutlich steigern“, verspricht Thomas Paul Göttl.
Fester Bestandteil der Programmstrategie, die da lautet „keine Sekunde Langeweile“, sind die Vorführungen auf der Grand-Prix-Strecke zwischen den Rennen. Korsos mit historischen und aktuellen Lastwagen lassen die Herzen der vielen tausend Kraftfahrer auf den Tribünen höher schlagen. Atemberaubende Stunts auf vier und zwei Rädern werden begeistert gefeiert. Rennfahrerlegende Jochen Maas ging am Sonntag mit einem 700 PS starken und nach Nascar-Spezifikationen gebauten Dodge auf die Strecke. Im kommenden Jahr soll die „American Stock Car Europe“ als Serie auf Rennstrecken in ganz Europa starten. Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

22 Jahre ADAC Truck-Grand-Prix stehen aber auch alljährlich für das größte Countrymusik-Festival Europas. 11 Top-Bands der Branche wurden am Freitag- und am Samstagabend in der Müllenbachschleife gefeiert. Tom Astor, Country-Lady Dagmar, Truck Stop –wenn der Ring ruft, dürfen die Stars der Szene nicht fehlen. Aber der Truck-Grand-Prix ist auch musikalisch Trendsetter. 31500 Fans wollten am Samstagabend nicht nur beim schönsten Feuerwerk dabei sein, das die Traditionsveranstaltung erlebt hat, sondern auch die neuen Megastars der Countryszene live erleben – Boss Hoss aus Berlin. Die jungen Wilden sind hierzulande die prominentesten Vertreter des sogenannten Country-Trash-Punk-Rock: Dabei werden erfolgreiche Songs, die weit weg von Country sind, durch die Rodeo-Arena und den Country-Fleischwolf gejagt und dann mit dem rauhen Gitarrensound garniert, den die Jungs vom Prenzlauer Berg früher in Berliner Clubs spielten. Ein Wort sagt, was die Fans davon hielten: ZU-GA-BE.

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