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Race News

Donington

Donington

24. 07. 2008 - Eigentlich hätte jetzt hier an dieser Stelle der Vorbericht zum 6. Lauf der FIA European Truck Racing Championship in Donington stehen sollen – aber diesen Lauf gibt es ja nun mal nicht. Beim letzten Rennen am Nürburgring konnte man bei allen, ob nun Teams, Piloten, Sponsoren oder FIA-Delegierte immer wieder die Enttäuschung über diese kurzfristige Absage heraushören. Insbesondere bei einzelnen Mitgliedern der Truckracing-Kommission scheint der Stachel sehr tief zu sitzen. Man hatte sich ungemein dafür eingesetzt, nach neun Jahren endlich wieder einen FIA-Lauf auf die Insel zu bringen. Schließlich gilt England ja auch als eine der Geburtsstätten des europäischen Truckracing.
Aber gerade wegen dieses großen persönlichen Engagements, und offenbar auch wegen der Art und Weise, wann und wie die Absage erfolgte, muss man nun befürchten, dass sich in der Kommission so schnell wieder keine Mehrheit für ein Rennen in Großbritannien finden wird.
In Albacete gab es erste ernsthafte Andeutungen. Am 11.6. sind wir intern aus Kreisen des Britischen Truck Race Verbandes informiert worden, dass am letzten Juli-Wochenende in Donington jetzt nur noch ein Ein-Tagesevent „Truck Attack“ allein mit 2 Wertungsläufen und einem Finale zur Britischen Meisterschaft stattfinden würde. Rennen der FIA waren also nicht mehr eingeplant. Gut eine Woche später gab es dann die offizielle Verlautbarung der FIA zur Annullierung des Rennens.
Die ursprünglich einmal propagierte Devise für die FIA ETRC „10 Rennen in 10 Ländern“ scheint also wieder in weite Ferne gerückt, auch wenn sich die Kommission weiterhin bemüht, neue Rennstrecken und neue Veranstalter – vor allem in Osteuropa – in die FIA European Truck Championship mit einzubeziehen.
Nur zur Erinnerung, vor acht, neun Jahren – noch zur Blütezeit der SuperRaceTrucks – war ja sogar mal eine WorldSeries im Gespräch, mit 10 bis 12 Rennen in Europa, Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland sowie Südafrika.

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TGP am Ring Drumherum

TGP am Ring Drumherum

18. 07. 2008 - Es war das erwartet große Festival für die Truckracer, für die Trucker, für die Industrie, für die Fans, für alle, die mit Truckracing und Nutzfahrzeugen in irgendeiner Weise verbunden sind. Und dennoch, es war schon auch anders und ungewohnt.
Wenn man in die Boxengasse trat und auf die gegenüberliegende Seite schaute – nur gähnende Leere, wo sich früher die Menschen auf den Tribünen tummelten. Die Tribünen gibt es aber nicht mehr, sondern Kräne, Kräne, Kräne und eine riesige Baustelle. Man mag es kaum glauben, dass bis zum nächsten Jahr tatsächlich alles fertig sein wird. Im Modell sieht der neue Komplex wirklich bombastisch aus, jetzt musste allerdings vielfach noch improvisiert werden.
Die Einkaufsmeile mit den ganzen Fan-Artikeln, bisher bestens direkt hinter der Haupttribüne gelegen, befand sich nun jenseits der Bundesstraße zwischen viel Grün auf dem Weg zu den Campingplätzen – für die Tagesbesucher nicht leicht zu entdecken. Das Showprogramm lief in der Mercedes-Arena und im Hatzenbach. Dort gab es auch den Go-&-Stop-Wettbewerb in alter Manier – ohne zusätzlichen Geschicklichkeitskurs, der nicht bei allen Teilnehmern gut angekommen war. Soweit von oben konnte man zwar bestens alles sehen, zumal das Ganze ja auch noch auf eine Großleinwand übertragen wurde, aber die Fans saßen einfach zu weit weg vom Geschehen. Es fehlte die überschwängliche Stimmung. Kein Vergleich mit der proppenvollen Boxengasse und den La-Ola-Wellen auf der Haupttribüne beim Go-&-Stop auf der Start- und Zielgeraden.
192.000 Besucher waren insgesamt in die Eifel geströmt – langsam nähert man sich wieder der magischen 200.000er-Marke, und so gab es denn manchmal im Fahrerlager und Industriepark kaum mehr ein Durchkommen. Die Industrie, die Sponsoren und die Teams waren mit der Resonanz durchweg zufrieden. Vor allem aus dem Sponsorenbereich war alles da, was Rang und Namen hat, und das tat vor allem einem gut, der von Fans zudem auch noch zum beliebtesten Truckracer gekürt wurde, Jochen Hahn. Der Schwabe hat nach der langjährigen Liaison mit Mercedes-Benz in seinem ersten Jahr ohne Stern eine harte erste Saisonhälfte hinter sich. Mit dem bisher Erreichten war er eigentlich nicht unbedingt zufrieden, der gute 4. Platz in der Gesamtwertung täuschte einfach etwas über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg. Die beiden Buggyras waren meistens eine Klasse für sich, wenn sie den Start unbeschadet überstanden und sich nicht mit technischen Problemen rumschlagen mussten. Zu Antonio Albacete als bestem MAN-ler war Hahns Abstand größer als erwartet und beim Marken- und Koller + Schwemmer-Teamkollegen Jean-Philippe Belloc hatte der Schwabe oft den Eindruck, der Franzose sei einen Tick schneller als er selbst. Und dann diese enorme Leistungssteigerung hier am Ring, vor den Augen genau all derer, die es zu überzeugen galt. Nicht nur dass Hahn mit Abstand bester Nicht-Buggyra-Pilot war, auch zu den Freightlinern aus Tschechien blieb er auf Tuchfühlung. Der Deutsche lag – insbesondere am zweiten Tag – im Ziel nur noch ganz knapp hinter den blauen RaceTrucks. Jetzt hofft das Hahn-Team auf mehr, schließlich hätten die Tage am Ring gezeigt, dass man auf dem richtigen Weg sei, so Jochen Hahn.
Einer der beiden Buggyra-Piloten schickte sich an, mit vier Siegen zum König des diesjährigen TGP zu avancieren, Titelverteidiger Markus Bösiger. Da ereilte ihn das Schicksal einer Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse, weil er vor dem fliegenden Start zu schnell gewesen sei. Den Schweizer warf das auf den 5.Platz zurück und das kostete ihn nicht nur 12 Punkte in der Meisterschaft, sondern auch den Titel des International Truck Master Germany. Dabei gab Bösiger an, exakt nach seinen Instrumenten gefahren zu sein. Die Auswertung der Telemetriedaten belegen nach Angaben der Buggyra-Techniker denn auch, dass ihre beiden Piloten zum Zeitpunkt, als die Ampel auf Grün sprang – als also Vollgas gegeben wurde – exakt 62 km/h fuhren. 70 wären zulässig gewesen. Bis dato hatte es solch eine Situation noch nicht gegeben, und so galt denn die Strafe für Bösiger bei vielen Beobachtern auch als höchst umstritten.
Das GPS-System scheint letztendlich doch zu ungenau und vor allem zu langsam, um die extreme Beschleunigung der RaceTrucks in der Startphase überhaupt exakt erfassen zu können. Bei nur 4 Messungen pro Sekunde hinken die Messergebnisse bei dem enormen Tempozuwachs in der Startphase einfach hinterher. Möglicherweise sind hier die Toleranzgrenzen zu eng.
Es gab auch kein offizielles Statement mit exakten Zahlen. Bei Buggyra sprach man davon, es sei von 70,02 km/h die Rede gewesen – deshalb war man da ja auch so erbost, auf der Pressestelle hieß es, man habe gehört „70,2 km/h“, andere sagten etwas von 72 km/h, und die, die sich nicht genau festlegen wollten, sprachen einfach von einer „erheblichen“ Überschreitung des vorgeschriebenen Tempos.
Durch den Ausfall des Rennens in Donington hat man nach dem TGP nun eine siebenwöchige Rennpause, in der ja vielleicht ein allen Beteiligten genehmer Modus Vivendi gefunden werden könnte.

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Der Sonntag am Ring

Der Sonntag am Ring

Nürburgring - 13. 07. 2008 - Trotz des nicht gerade optimalen Wetters an den ersten beiden Tagen kamen wieder einmal beinahe 200.000 Fans – exakt 192.000 – zum TGP am Ring. Doch heute konnte sich eigentlich niemand mehr über die äußeren Bedingungen beschweren,es blieb trocken und einige Male ließ sich sogar die Sonne blicken. Für den gestrigen Samstag bleibt im Übrigen alles wie gehabt – Antonio Albacete (MAN) war ja wegen seiner Attacke gegen seinen Markenkollegen Stuart Oliver mit einer Geldstrafe belegt worden und musste nun damit rechnen, dass jede seiner Aktionen nun mit Argusaugen beobachtet werden würde.
Es hätte das Wochenende des Markus Bösiger werden können. Am Samstag hatte er sich relativ überlegen die Höchstpunktzahl von 30 Punkten gesichert, und am heutigen Sonntag schien es lange so, als würde der Schweizer Buggyra-Pilot das Ganze wiederholen. Doch schließlich wurde es der Tag von Jochen Hahn (MAN), der am Ende mit Ehrungen überhäuft wurde.
Am Morgen präsentierte sich Bösiger sowohl im Warm-Up als auch im Zeittraining in Spitzenform. Beide Male markierte er die absolute Bestzeit. Mit 1:54,237 holte er sich die Pole vor seinem Teamkollegen David Vrsecky, Hahn, Albacete und Jean-Philippe Belloc (MAN).
Das anschließende Quali-Race ging so gesittet vonstatten wie selten. Bösiger übernahm gleich sicher die Führung, gefolgt von Vrsecky, Hahn und Albacete. Doch im Gegensatz zu den bisherigen Rennen schafften es die beiden Buggyra Freightliner diesmal nicht, sich direkt von den Verfolgern abzusetzen. Ganz im Gegenteil – lange Zeit sah es sogar danach aus, als könne Hahn dem Tschechen noch den zweiten Rang streitig machen, bevor Vrsecky den Deutschen doch noch um knappe 3 Sekunden distanzieren konnte. Wiederum 2 Sekunden später passierte dann auch schon Albacete die Ziellinie. Hinter dieser eng beieinander liegenden Vierergruppe, folgte ziemlich ungefährdet Belloc auf dem 5. Platz. Die beiden Renault-Piloten Markus Altenstrasser und Frankie Vojtisek, Dominique Lacheze, Chris Levett (beide MAN) und Anthony Janiec vervollständigten die Punkteränge.
Und im abschließenden Championship Race ging es so weiter, wie das Quali-Race geendet hatte. Nach sicherem Start übernahm Bösiger sofort wieder die Spitze vor Vrsecky, Hahn und Albacete. Nach 7 Runden hatte der Schweizer einen sicheren Vorsprung herausgefahren, und alle Welt erwartete für Bösiger erneut einen Renntag mit der Höchstpunktzahl 30. Und dann wurde Bösiger zu einer Durchfahrtsstrafe in die Boxengasse gewunken. Er fiel weit zurück, bevor er sich wieder auf den 5. Platz vorkämpfen konnte. So holte sich schließlich Vrsecky den Sieg, vor Hahn, Albacete und Belloc. Um Platz 6 gab es den heißesten Fight des Rennens, der auch seine Spuren bei den beteiligten Trucks hinterließ. Egon Allgäuer (MAN) konnte trotz aller Attacken Altenstrassers, Stuart Olivers (MAN) und Levetts einen Vorsprung von gerade mal einer halben Sekunde ins Ziel retten. Den 10. und damit letzten Punkterang holte sich erneut Janiec.
Nach der Zieldurchfahrt begann nun aber erst die Diskussion um Bösigers Strafe. Das GPS-System hatte bei der Anfahrt zum fliegenden Start für Polesetter Bösiger 70,2 km/h angegeben, vorgeschrieben sind zwischen 50 und 70. Die Auswertung der Telemetriedaten ergab dann aber anschließend, dass beide Buggyra-Trucks gerade mal 62 gefahren waren, als die Startampel auf Grün gesprungen war. Solch eine Situation hatte es bis dato noch nicht gegeben. Die Buggyra-Techniker belegten denn auch durch Beispielsrechnungen, dass das hier genutzte GPS-System auf Grund seiner dafür zu geringen Messfrequenz-Zyklen nicht ausreichend zu sein scheint. Zudem gibt es noch eine weitere kleine Fehlerquelle durch den Handstart des Messsystems. Und nun ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass die bisher eingeräumte Toleranzbreite hier eigentlich massiv vergrößert werden müsste. Aktuell ist Bösiger dann aber wohl zu Unrecht bestraft worden.
Das Rennen zum Mittelrhein-Cup war wieder ganz nach dem Geschmack der Fans. Die beiden deutschen Motorsportstars Hans-Joachim Stuck und Heinz-Werner Lenz hatten nach ihren Disqualifikationen am Vortag wegen Overspeed aus der letzten Startreihe ins Rennen gehen müssen. Schließlich kämpften sie sich in atemberaubender Manier bis auf die Plätze 5 und 6 vor. Der Sieg ging an Oliver vor Levett und David Jenkins (MAN).
Doch der meistgeehrte Mann des Tages, auch wenn er kein Rennen als Sieger beendet hatte, war schließlich Jochen Hahn. Schon der dritte Podiumsplatz am Vortag war von seinen Fans überschwänglich gefeiert worden. Und wie zahlreich diese sind, und wie populär Deutschlands derzeit erfolgreichster Truckracer ist, schlug sich dann natürlich auch bei der von AutoScout 24 ausgeschriebenen Wahl des beliebtesten Truckracers am Ring nieder. Mit überwältigender Mehrheit ging diese Auszeichnung an Hahn.
Der Titel des seit einigen Jahren ausgeschriebenen TruckMaster Germany, in den die Ergebnisse aller Truckrennen des Wochenendes einfließen, ging erneut an David Vrsecky.
Die Teamwertung sah Buggyra (Bösiger/Vrsecky) als Sieger vor Team Koller + Schwemmer (Hahn/Belloc) und Team Frankie (Vojtisek/Altenstrasser).
Erstmals und wahrscheinlich auch einmalig wurden die Wochenendsieger in der neuen Sponsors Challenge (Newcomer und Piloten, die in der letzten Saison in der Gesamtwertung nicht unter den ersten Zehn waren) geehrt. Hier gewann Altenstrasser vor Lacheze und Janiec. Im Nachhinein wurde Lacheze aber mit einer Zeitstrafe belegt, sodass Jean-Pierre Blaise (MAN) schließlich den dritten Podiumsplatz einnahm.
Die Gesamtwertung führt weiterhin Vrsecky mit 232 Punkten an, gefolgt von Albacete (216), Bösiger (210), Hahn (167) und Belloc (140).

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Der Samstag am Ring

Der Samstag am Ring

Nürburgring - 12. 07. 2008 - Am frühen Morgen konnte man noch die Hoffnung hegen, dass die wenigen dunklen Wolken bald vom Wind weggeblasen würden. Doch stattdessen wurde die Wolkendecke immer dichter. Beim Warm-Up war es allerdings noch trocken, und Polesetter Markus Bösiger (Buggyra Freightliner) fuhr auch glattweg 6 Sekunden schneller als im gestrigen Zeittraining. Doch schon während der Startaufstellung zum Quali-Race begann es wieder zu tröpfeln. Mit glitschigen Pisten haben die Fahrer in dieser Saison schon ausreichend Erfahrung machen müssen, und so ging man denn auch das Ganze etwas vorsichtiger an. Bösiger übernahm gleich beim Start die Führung und gab sie auch bis zum Zieleinlauf nicht mehr ab. Anfangs hingen Antonio Albacete (MAN) und David Vrsecky (Buggyra Freightliner) noch ganz dicht an Bösigers Heck, doch schon bald hatte der Schweizer einen beruhigenden Vorsprung herausfahren können. Auch der Spanier konnte sich von Vrsecky lösen, der Probleme zu haben schien. Denn Jean-Philippe Belloc und Jochen Hahn (beide MAN) konnten den Tschechen beinahe mühelos passieren. Als mit Chris Levett ein weiterer MAN-ler ansetzte am Freightliner vorbeizuziehen, legte Vrsecky wieder einen Gang zu und fuhr weiter als sei zuvor nichts gewesen. So konnte er den jungen Engländer auf Distanz halten, aber nicht mehr nach vorn hin aufschließen. Auf dem 7. Rang fuhr Stuart Oliver (MAN) ein vor den drei Renault-Piloten Frankie Vojtisek, Markus Altenstrasser und Anthony Janiec, die sich die weiteren Punkteränge sichern konnten.
Vor dem Start zum abschließenden Championship Race gingen permanent die Blicke zum Himmel. Derzeit war es trocken, aber die Wolkendecke doch recht dicht. Einige Fahrer warfen sogar noch einen Blick auf das Wetterradar der Uni Bonn. Und dann war man letztendlich der Meinung, zumindest für die nächste halbe Stunde bliebe es wohl trocken, und dann müsste das Rennen eigentlich auch schon fast vorbei sein. Und tatsächlich setzte der Regen erst in der Auslaufrunde wieder ein.
Der Start an sich war ziemlich problemlos verlaufen. Doch bei der Einfahrt in die Mercedes-Arena müssen die TruckRacer voll in die Bremsen steigen, und da rutschte einer wohl leicht auf das Heck von Bellocs MAN, was nicht ohne Folgen blieb. Der Franzose knallte in Albacetes Truck, der drehte sich, stand entgegen der Fahrtrichtung und musste zunächst erstmal alle Konkurrenten rechts und links an sich vorbeiziehen lassen. Bösiger war von der ganzen Sache völlig unberührt und setzte sich erneut gleich von den Verfolgern ab, nur Vrsecky konnte sich noch an die Fersen des Schweizers heften. Dahinter wurde das Feld doch ziemlich durcheinander gewürfelt. Albacete lag an letzter Stelle, Belloc musste die Segel streichen, und Vojtisek fand sich plötzlich auf dem dritten Platz wieder. Doch unter dem Jubel seiner zahlreichen Fans attackierte Jochen Hahn nun permanent den Tschechen und konnte schließlich auch an dem roten Renault vorbeiziehen. Vojtiseks Truck sah allerdings nicht nur ziemlich mitgenommen aus, er schien auch immer langsamer zu werden. Nach und nach fiel der Renaultpilot noch hinter seinen Teamkollegen Markus Altenstrasser bis auf den 8. Rang zurück – vor Anthony Janiec (Renault) und Egon Allgäuer (MAN), die sich die letzten beiden Punkteplätze sichern konnten.
Hahn konnte seinen dritten Platz vor Chris Levett sicher ins Ziel bringen. Und dann kam schon der entfesselt fahrende Albacete, der 16 Konkurrenten hatte überholen können. Dabei ging der feurige Spanier manchmal auch etwas rabiater vor, zumindest erhielt er wegen seiner Attacke gegen Oliver beim Kampf um den fünften Platz eine Geldstrafe aufgebrummt. Am Abend stand noch ein weiterer Protest an, über den endgültig noch nicht entschieden worden war.
Schuld mit daran war allerdings auch, dass sich das Rennen um den Mittelrhein-Cup so ewig lange hinzog. Zweimal musste nach Abbruch neu gestartet werden. Zur Freude der Fans schien Heinz-Werner Lenz mit seinem Iveco ganz auf Podiumskurs, bevor er auf der klitschnassen und glitschigen Piste wegen zweier harter Verbremser noch weit zurückfiel. Dafür elektrisierte dann ein anderes deutsches Rennidol, Hans-Joachim Stuck, auf MAN die Massen. Vom letzten Platz ins Rennen gegangen – seine Trainingszeiten waren wegen Untergewichts des Trucks gestrichen worden – hatte er sich bis auf den 3.Platz vorgekämpft. Und dann begann das lange Warten. Oliver hatte das Rennen vor Levett, die beide hier ja auch im Rahmen der Britischen Meisterschaft fuhren, gewonnen. Die drei Podiumsanwärter standen also nun parat, doch es tat sich nichts. Nach langwieriger Datenauswertung kam man schließlich zu dem Schluss, dass Stuck mehrmals die Höchstgeschwindigkeit überschritten habe, der Deutsche wurde schließlich disqualifiziert. Während Oliver also auf die Siegerehrung wartete, hätte er gleichzeitig noch vor der Rennkommission erscheinen sollen. Also kam es bezüglich der Auseinandersetzung Albacete vs. Oliver nicht mehr zu einer endgültigen Entscheidung. In der Gesamtwertung führt weiterhin Vrsecky mit 203 Punkten vor Albacete (197), Bösiger (192), Hahn (144) und Belloc (124).
Die Teamwertung ging wieder einmal an Buggyra (Bösiger/Vrsecky) vor Team Frankie (Vojtisek/Altenstrasser) und Team Koller + Schwemmer (Hahn/Belloc).

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Der Freitag am Ring

Der Freitag am Ring

Nürburgring - 11. 07. 2008 - Traditionell geht es am Ring ja schon am Donnerstag zur Sache, VIP-, Presse- und Sponsoren-Fahrten und noch ein zusätzliches Freies Training. Theoretisch hätten die Piloten Stunden auf der Piste zubringen können, und das unter hervorragenden äußeren Bedingungen. Am frühen Abend wurden – von den Meisten beinahe unbemerkt – in der Pitlane Sequenzen eines Films mit Nick Heidfeld gedreht, in denen der Formel 1-Star etwas über das Fahrradfahren erzählt. Heute wurde es dann aber richtig ernst und schon fing es immer wieder an leicht zu fisseln. So bereitete man sich auch auf ein spannendes Zeittraining vor, das nicht nach bereits drei Runden entschieden sein würde. Und tatsächlich wechselten die Positionen permanent. Zum Schluss sicherte sich Markus Bösiger (Buggyra-Freightliner) mit 2:00,428 Min. und dem respektablen Vorsprung von mehr als 1 Sekunde die Poleposition vor MAN-Pilot Antonio Albacete und Markus Altenstrasser (Renault). Bösigers Teamkollege und derzeit Führender in der EM-Gesamtwertung, David Vrsecky, war etwas zu früh in die Box gefahren, weil er wohl nicht mehr damit gerechnet hatte, dass die Strecke noch weiter abtrocknen würde – und büßte prompt in der letzten Runde noch einen Platz ein. Ebenso pirschte sich Altenstrassers Teamchef Frankie Vojtisek zum Schluss noch an seinen Konkurrenten vorbei auf Platz 5 vor, während die anfänglich in den vorderen Startreihen liegenden Jochen Hahn und Jean-Philipp Belloc schließlich sogar noch hinter Chris Levett (alle MAN) auf die Positionen 7 und 8 zurückfielen. Nach Auswertung der Geschwindigkeitsprotokolle wurden anschließend vier Fahrer, darunter auch Altenstrasser und Vojtisek, wegen Overspeeding – mehr als 160 km/h – disqualifiziert.
Am Abend gab es dann auch den ersten Wettbewerb: Go-and-Stop der Lizenzfahrer. In einem packenden Finale konnte sich FIA-Pilot Mikael Johansson auf seinem Hauber-Scania gegen Lokalmatador Heinz-Werner Lenz (Iveco) durchsetzen. Dritter wurde „Rainbow-Warrior“ Cees Zandbergen (Scania). Der zufällig anwesende mehrfache Champion aus den Achtzigern, Curt Göransson, freute sich anschließend mit seinem jungen schwedischen Landsmann über dessen Sieg.

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Nürburgring Vorbericht

Nürburgring Vorbericht

08. 07. 2008 - Der Truck Grand Prix am Ring ist seit jeher Höhepunkt einer jeden Truckracing Saison. Und so hat denn auch Paddock-Chef Wolfgang Schumacher so seine Mühe all die Teams unterzubringen, die dabei sein wollen, zumal ja auch durch die massiven Umbaumaßnahmen weniger Platz zur Verfügung steht und alles anders organisiert werden muss. Nun sind es 58 Truckracing-Teams (FIA und Mittelrhein-Cup) – und damit 11 mehr als im letzten Jahr. Die FIA-Piloten werden natürlich komplett antreten, wobei hinter dem Spanier Javier Mariezcurrena noch ein dickes Fragezeichen steht. Sein MAN war ja beim letzten Rennen in Nogaro heftig in die Mauer eingeschlagen, der RaceTruck ist eigentlich nur noch ein Wrack, und der Pilot selbst hatte sich an der Schulter verletzt. Aufgefüllt wird das Feld der Rennen der European Championship durch die beiden holländischen Race-by-Race-Piloten „Rainbow Warrior“ Cees Zandbergen und Erwin Klein-Nagelvoort, den Go-and-Stop-König vom Nürburgring.
Ein weiterer„King vom Ring“, Heinz-Werner Lenz, startet zusammen mit Sohn Sascha im Mittelrhein-Cup. Dort wird die Konkurrenz aber diesmal hart wie selten zuvor. Nicht nur, dass mit Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck ein anderer ausgesprochener Nürburgringkenner erneut als Gastfahrer in einem MAN-RaceTruck seine Fans begeistern will, sondern da die Ergebnisse dieser Rennen auch zur Britischen Meisterschaft zählen, gehen hier mit Ex- Europameister Stuart Oliver und Chris Levett auch zwei Spitzen-Fahrer mit zwei Top-RaceTrucks an den Start. Andererseits steht gerade diesen beiden Teams und den Piloten mit insgesamt 6 Rennen ein besonders heißes Wochenende bevor.
Dafür werden dann die Temperaturen selbst kaum die 20 Grad-Marke überschreiten, bei latenter Regengefahr – mit 80%iger Wahrscheinlichkeit – so sagen es zumindest die Wetterfrösche.
Nur jeder Ringbesucher weiß es aus eigener Erfahrung, nichts ist so unberechenbar wie das Wetter am Nürburgring. Das heißt auch in diesem Jahr wieder: Regenschirm und Sonnencreme, denn wenn die Sonne in der klaren Höhenluft der Eifel einmal durch die Wolken bricht, kann man sich schnellstens einen heftigen Sonnenbrand einfangen.
Wie in jedem Jahr geht es natürlich beim TGP schon am Donnerstag richtig zur Sache. Am Vormittag stehen die Pressefahrten an, danach gibt’s die VIP-Fahrten. Nachdem das Kontingent dafür noch einmal etwas aufgestockt werden konnte, gibt es derzeit noch einzelne Tickets. Es liegen jetzt aber auch schon wieder die ersten Anmeldungen für das nächste Jahr vor. Und danach haben die Truckracer immer noch jede Menge Zeit, bei den anschließenden Industrie- und Sponsorenfahrten und dem zusätzlichen Freien Training ihre Set-Ups auf den Ring einzustellen.
Erneut werden insgesamt knapp 200.000 Zuschauer erwartet, natürlich hängt das auch etwas vom Wetter ab. Restkartenkontingente sind für die meisten Tribünen noch vorhanden, wobei viele Fans sich tagsüber eh die meiste Zeit im Fahrerlager und abends bei den Konzerten und dem Feuerwerk in der Müllenbachschleife aufhalten. Denn beim TGP hat man ja bekanntlich seit jeher mit jeder Karte auch freien Eintritt zu all diesen Attraktionen.
Und für all die, die nicht live dabei sein können, wird erstmals ein komplettes Truckracing-Event komplett als Video-Live-Streaming im Internet zu sehen sein. Hier auf diesem Web-Portal und auch auf der TGP-Website wird es wieder ein TGP-Special geben, wo nicht nur kurz nach den Rennen schon die ersten Pressemeldungen sowie die Ergebnislisten veröffentlicht werden, sondern es wird hier auch den Link zum Video-Live-Streaming geben.

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Premiere am Ring

Premiere am Ring

05. 07. 2008 - Der Truck Grand Prix am Ring präsentiert sich wieder einmal als Vorreiter, wenn es darum geht, auch beim Truckracing neue Medientechnologien einzuführen. In den letzten beiden Jahren wurde ja schon die Streckenkommentare von Jörg Hennig und Hans-Joachim Ebertz als Audio-Streaming live im Internet übertragen, nun werden endlich die Wünsche vieler Truckracing-Fans erfüllt, die den TGP nicht direkt vor Ort miterleben können. Das komplette Truckracing-Rennprogramm wird als Video-Live-Streaming im World Wide Web zu verfolgen sein.
Der ADAC Mittelrhein, als Veranstalter, wird gemeinsam mit bartscher.net erstmals im Rahmen eines Laufs zur FIA European Truck Racing Championship ein Projekt vorstellen, bei der eine spezielle von bartscher.net entwickelte Software eingesetzt wird. Damit können wesentlich kostengünstiger als bislang üblich über eine Vielzahl von Servern – hier etwa 25 – mehrere tausend User gleichzeitig die Rennen in hoher Qualitätsstufe im Internet live verfolgen. Sowohl auf dem WebPortal „truckracing.de / truckrace.info“ als auch auf der Website des Truck Grand Prix „truck-grand-prix.de“ wird es wieder ein TGP Special geben, auf dem nicht nur Presseberichte, Ergebnisse und Bilder schon kurz nach den Rennen zu sehen sein werden, sondern nun kann man dort mit dem Video-Streaming auch noch echtes Live-Feeling erleben.

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Nogaro Drumherum

Nogaro Drumherum

01. 07. 2008 - Das war mal wieder ein Rennwochenende nach dem Geschmack der Truckracer, bestes Wetter – da konnte auch das kurze und heftige Gewitter am Donnerstagabend den Eindruck nicht trüben – und rund 32.000 begeisterte Zuschauer. Dennoch war die Atmosphäre nicht ganz so locker und entspannt wie sonst in Nogaro üblich. Im Vorfeld hatte es schon Diskussionen um organisatorische Fragen gegeben, die leichte Unstimmigkeiten hervorriefen, und diese Dissonanzen waren während des Wochenendes immer noch zu spüren. Doch wirklich hektische Triebsamkeit bei den Teams rief die Mitteilung des FIA-Technik-Chefs Fabien Calvet hervor, dass ab Montagmorgen in Frankreich eine ähnliche LKW-Blockade drohe wie schon nach dem letzten Rennen in Spanien. Und so war denn auch eine der am häufigsten gestellten Fragen: Brecht Ihr auch schon am Sonntagabend auf?
Und tatsächlich hatten manche Teams schon während des Tages ihre Utensilien soweit eingepackt, dass sie nach dem letzten Rennen nur noch auf die Auflösung des Parc Fermé warteten. Anschließend wurde der RaceTruck verstaut, und dann bahnte man sich einen Weg durch das durchs Fahrerlager schlendernde Publikum. Die Fans schauten dem Treiben beinahe ungläubig zu, schließlich stand noch das Finale der Rennen um die Französische Meisterschaft an. Am Abend war kaum mehr ein Team im Paddock, alles wirkte recht trostlos. Das, was bisher eigentlich immer ein besonderes Merkmal der Rennen in Nogaro war, das abschließende gemütliche Zusammensitzen, gab es diesmal dann eben nicht. Einige Teams schauten sich noch das Finale zur Fußball-EM im Fernsehen an, und dann begann die nächste Aufbruchswelle.
Am Montagmorgen gab es dann konkretere Informationen zu den Blockadeaktionen der französischen Trucker. Anlass des Protestes sind auch hier die extrem hohen Dieselpreise, wodurch so mancher seinen Arbeitsplatz gefährdet sieht. Und weil am heutigen 1. Juli Frankreich den EU-Vorsitz übernimmt, wollte man mit spektakulären Aktionen dem Protest noch besonderes Gewicht verleihen. Vor allem um Paris und Bordeaux sowie einigen anderen Metropolen herum wollte man aktiv werden.
Als erstes brach am frühen Montag das schwedische Team um Michael Johansson auf und blieb prompt nur wenig später auf der N 124 bei Auch an einem von einigen LKWs blockierten Kreisverkehr hängen. Als uns dann kurz vor Lyon auf der Gegenspur drei nebeneinander fahrende Zugmaschinen mit etwa 20 km/h entgegen kamen – dahinter bildeten sich in Zweierreihen kilometerlange Staus, entschlossen wir uns kurzfristig, Frankreich auf schnellstem Wege zu verlassen und weiter über die Schweiz zurückzufahren.

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Der Sonntag in Nogaro

Der Sonntag in Nogaro

Nogaro - 29. 06. 2008 - Auch der dritte Tag in Nogaro war ein heißer Sonnentag. Doch beim frühen Zeittraining war es noch etwas kühler, und so hatte man auch noch Chancen auf gute Zeiten, wenn man nicht direkt zu Anfang eine optimale Runde auf die Piste legen konnte. Tatsächlich schafften Antonio Albacete (MAN) und Markus Bösiger (Buggyra Freightliner) ihre Bestzeiten auch nach kleinen Nachbesserungen in der Box erst zu Mitte der Session. Albacete holte sich mit 1:52,278 die Pole, der Schweizer lag gerade mal 13 Hundertstel dahinter. Den dritten Startplatz holte sich David Vrsecky (Buggyra Freightliner) vor Jean-Philipp Belloc, Jochen Hahn und Stuart Oliver (alle MAN). Anschließend wurde Belloc jedoch noch wegen Overspeed (mehr als die erlaubten 160 km/h) disqualifiziert und ans Ende des Starterfeldes verbannt. An Chris Levetts MAN hatte sich ein Kühlschlauch gelöst, mit ungeahnten Folgen für den Motor, der komplett gewechselt werden musste.
Beim Start zum Quali-Race lagen Albacete und Bösiger gleichauf, als es in die erste Linkskurve ging. Der Spanier konnte aus seiner Innenbahn keinen nennenswerten Vorteil ziehen und anschließend kommt dann eine Doppelrechts. Da hatte nun aber Bösiger die bessere Bahn für sich, übernahm die Führung und legte damit den Grundstein für einen sicheren Start-Ziel-Sieg. Vrsecky klemmte sich hinter Albacete und setzte nun 8 Runden lang den Spanier unter Druck. Der erfahrene MAN-Pilot parierte jedoch jede Attacke und rettete seinen 2.Platz knapp über die Ziellinie. Auf einem völlig ungefährdeten 4. Rang fuhr Hahn ein, vor Oliver, Frankie Vojtisek (Renault), Belloc, der ja vom letzten Startplatz aus hatte ins Rennen gehen müssen, Egon Allgäuer, Dominique Lacheze (beide MAN) und Anthony Janiec (Renault). und. Anschließend wurde Vojtisek wegen mehrfachen Überfahrens eines Markers noch mit einer 25-Sekundenstrafe belegt, wodurch er auf den 13.Platz zurückfiel und Mickhail Konovalov (MAN) auf den 10. und damit letzten Punkterang vorrutschte.
Der Spanier Javier Mariezcurrena donnerte 3 Runden vor Schluss sehr heftig in die Mauer. Insbesondere die Kabine seines blau-gelben MAN war dabei schwer mitgenommen worden. Bei Mariezcurrena besteht Verdacht auf Schulterbruch, doch zum letzen Rennen war der Spanier schwer bandagiert als Zuschauer an der Strecke.
Im abschließenden Championship Race sahen die insgesamt knapp 32.000 Zuschauer erneut einen überlegen fahrenden Bösiger, der sich schon beim Start von seinen direkten Verfolgern Albacete und Vrsecky absetzten konnte. Dahinter lieferten sich Hahn, Belloc und Oliver sowie Lacheze, Allgäuer und Janiec harte Gefechte um die weiteren Plätze. Beim Anbremsen in eine der diversen scharfen 90 Grad Kurven vom Circuit de Nogaro erwischte Allgäuer seinen Vordermann Lacheze etwas sehr unsanft am Heck, der Franzose landete im Kies, aus dem er sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Zwei Runden dauerte es bis Lacheze wieder auf die Piste fand, und dann fuhr der MAN-Pilot auf einem Niveau mit Oliver. Während Vrsecky seinen Vordermann Albacete ständig attackierte, fuhr Bösiger an der Spitze einen immer größeren Vorsprung heraus – bis zur 8. Runde. Plötzlich lief der blaue Buggyra mit dem markanten Schweizer Kreuz auf den Rückspiegeln ganz langsam aus. Ein Luftschlauch hatte sich gelöst, Bösiger konnte nicht mehr kuppeln. Jetzt lag es allein an Vrsecky noch einen Sieg für das tschechische Team einzufahren. Doch erneut spielte Albacete seine ganze Cleverness aus und bot Vrsecky eigentlich nie eine echte Überholchance. Ebenso sicher verteidigte Hahn seinen Podiumsplatz gegen Belloc. Oliver hielt sich immer knapp hinter Lacheze, doch der Franzose hatte ja wegen seines anfänglichen Ausrutschers 2 Runden Rückstand. Heiße Fights um Platz 6 lieferten sich Allgäuer, Altenstrasser und Janiec. Allgäuer konnte sich schließlich etwas absetzen, Janiec bekam schließlich wegen mehrfachen Überfahrens der Marker eine 25-Sekundenstrafe und fiel so auf den 10. und letzten Punkterang zurück. Zwischenzeitlich war Levett vom letzten Startplatz aus nach vorn geprescht und sicherte sich noch vor Konovalov den 8. Rang.
Vrseckys Vorsprung in der Gesamtwertung schrumpfte mit nun 182 Punkten auf 2 Zähler zusammen vor Albacete (180), Bösiger (162), Hahn (125), Belloc (116) und Oliver (79).
Die Teamwertung ging an das Team Koller + Schwemmer (Hahn/Belloc) vor Buggyra (Bösiger/Vrsecky) und Bermejo/Horne.

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Der Samstag in Nogaro

Der Samstag in Nogaro

Nogaro - 28. 06. 2008 - Erneut wurden die Truckracer mit wolkenlosem Himmel und Sonne pur verwöhnt. Da über dem Circuit Paul Armagnac ständig leichter Wind wehte, blieben die Temperaturen bei erträglichen 30 Grad. Im 1. Zeittraining lagen die Buggyra Freightliner mit David Vrsecky und Markus Bösiger sofort wieder vorn, allerdings war der Abstand zu den Verfolgern gegenüber dem gestrigen Freien Training auf Zehntel zusammengeschrumpft. Mit 1:52,593 holte sich Vrsecky die Pole vor Bösiger sowie den MAN-Piloten Antonio Albacete, Jean-Philipp Belloc und Jochen Hahn. Und auch im 1. Quali-Race demonstrierten die beiden Buggyras ihre derzeitige Ausnahmestellung. Vrsecky übernahm gleich die Führung vor Bösiger, und gefühlt einfach wesentlich überlegener, als es die sechseinhalb Sekunden Vorsprung vor dem drittplatzierten Albacete ausdrücken, fuhren die beiden „Blauen“ einen klaren Doppelsieg nach Hause. Knapp hinter dem Spanier kam Belloc ins Ziel, der sich im Laufe des Rennens von Hahn hatte absetzen können. Hinter dem Deutschen lieferten sich Markus Altenstrasser (Renault) und Stuart Oliver (MAN) den packendsten Kampf des Rennens. Der Engländer schien häufig einen Titsch schneller als der Österreicher in seinem roten Renault-Truck und klopfte gelegentlich auch schon mal etwas unsanft an. Doch Altenstrasser ließ sich davon nicht beeindrucken und rettete den 5.Platz letztendlich mit 4 Zehntel ins Ziel. Die Punkteränge vervollständigten Egon Allgäuer, Chris Levett (beide MAN) und Anthony Janiec (Renault).
Beim anschließenden Championship Race konnte Bösiger seinem Teamkollegen Vrsecky schon beim Start die Führung abjagen, der Rest ging in einer riesigen Staubwolke unter. Im Mittelfeld waren Janiec, Pascal Robineau (MAN) und Frank Conti (Volvo) aneinander und gegeneinander geraten. Janiec und Robineau mussten gleich die Waffen strecken, Conti fuhr stark gezeichnet schließlich noch auf dem 15.Platz ein.
Der Circuit Paul Armagnac hat eine charakteristische unheimlich lange Gerade – parallel zur Landebahn eines kleinen Flugplatzes – auf der die Trucks schon gleich das Höchsttempo von 160 Km/h erreichen, und dann wird automatisch abgeriegelt. Deswegen tut sich da eigentlich auch wenig. Doch Albacete hatte es am Ende dieses langen Teilstücks geschafft, sich in der scharfen Rechtskurve innen neben Vrsecky zu legen, zwei, drei kleine gegenseitige Rempler und schon lag der Tscheche nur noch auf dem dritten Platz. Bösiger profitierte von diesem Manöver und konnte sich innerhalb einer Runde schon einen beinahe beruhigenden Vorsprung verschaffen. Auch der Spanier setzte sich seinerseits kurzfristig leicht von Vrsecky ab, doch wenig später hing der Buggyra schon wieder am Heck des roten Cespsa-MAN. Und bald danach holte sich Vrsecky auch schon seinen verloren geglaubten zweiten Platz zurück. Albacete hatte dem offensichtlich nichts mehr entgegenzusetzen und fiel Runde für Runde weiter zurück, während das Buggyra-Duo dem zweiten Doppelsieg des Tages entgegenfuhr. Da auch die Verfolger des Spaniers, Belloc, Hahn und Oliver jeweils in gehörigem Abstand folgten, waren die ersten sechs Plätze schon rechtzeitig vergeben. Um die Plätze sieben bis neun lieferten sich jedoch zwei MAN-ler, Allgäuer und Chris Levett einen Fight mit Haken und Ösen und gemeinsam jagten sie noch Altenstrasser. Der Renault-Pilot wurde zunächst von Allgäuer unter Druck gesetzt und der wiederum hatte ja wieder Levett im Nacken. Alle drei Trucks bewegten sich ständig im Grenzbereich, der kleinste Fehler und der Verfolger wäre vorbei. Der Engländer konnte dann auch tatsächlich Allgäuer passieren und versuchte anschließend mit Altenstrasser auch gleich den zweiten Österreicher zu vernaschen. Doch der Renaultpilot konnte schließlich einen 3-Zehntel-Vorsprung ins Ziel retten. Den letzten Punkteplatz holte sich Javier Mariezcurrena (MAN).
Später erhielt Levett eine 10-Sekundenstrafe wegen Overspeed (mehr als die erlaubten 160 Km/h) und fiel deshalb wieder hinter Allgäuer zurück.
Vrsecky liegt weiterhin in Führung mit 159 Punkten, Bösiger (152) konnte sich aber wieder an Albacete (151) vorbeischieben. Es folgen Hahn (106) vor Belloc (101) und Oliver (65).

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