Stuttgart – Adenau/Nürburgring. Unter dem Motto „Unfälle verhüten“ und
„Unfallopfer retten“ veranstaltete das Team Unfallanalyse der DaimlerChrysler
AG, der ETM-Verlag und die DEKRA-Automobil Live-Aktionstage im Rahmen des
Truck Grand Prix auf dem Nürburgring.
Dabei wurden jeweils ein Mercedes-Benz Atego, der bereits eine gecrashte
Kabine von einem Unfallversuch hatte, und ein nagelneuer Mercedes-Benz Actros
rettungstechnisch fachgerecht zerschnitten und für die Unfallopferbergung geöffnet.
Bisher wurde so eine Vorführung nur vor Fachpublikum der Rettungsdienste
demonstriert. Noch nie wurde die Bergung aus einem gecrashten Lkw-
Führerhaus vor so einem großen Publikum gezeigt. An beiden Tagen sahen mehr
als 150.000 Zuschauer die Live-Darbietung an den Tribünen-Grossbildmonitoren,
zusätzlich zu den jeweils mehr als 300 Zuschauern am Ort des Geschehens und
natürlich die weitere Verbreitung über Fernsehen und Presse.
Ausgeführt wurden die Rettungsvorführungen von 20 Mitgliedern der Feuerwehr
Ravensburg, dem auf Lkw-Unfälle spezialisierten Unfallchirugen Dr. Rainer
Zinser, Rettungssanitätern aus Adenau, dem Rettungsscheren-Spezialisten
Fa. Weber und dem Team von Mercedes-Benz. Im Einsatz waren zwei LF 16/20,
darunter die allerneueste Rosenbauer-Entwicklung auf Atego-Basis, ein Vorausrettungswagen
auf Geländewagenbasis und ein Rettungswagen des Deutschen
Roten Kreuzes Adenau.

Der Fahrer des Atego, ein echter Lkw-Fahrer aus dem Kreis der Zuschauer ausgewählt,
wurde in nur 15 Minuten geborgen, der Fahrer des Actros in rund 25
Minuten. Dabei wurden die Arbeiten oft unterbrochen, um den anwesenden
Rettungskräften und den Zuschauern die einzelnen Schritte zu erklären. Der Laie
kann sich die Lkw-Unfallrettung in etwa wie die Öffnung einer Sardinenbüchse
vorstellen. In einzelnen Schritten wurde das Fahrerhaus mit Spanngurten fixiert,
die Frontscheibe ausgesägt, die Fahrertür aus ihren Scharnieren gespreizt, das
Fahrerhaus an der A-Säule durchtrennt und im Schweller mit dem sogenannten
Y-Schnitt aufgeschnitten, damit mit Rettungszylindern das zerdrückte Fahrerhaus
erweitert werden konnte. Abschließend konnte das Unfallopfer sachgerecht
vom Notarzt und den Rettungssanitätern versorgt und von der Feuerwehr aus
dem Fahrzeug gerettet werden.
Zusätzlich boten die Veranstalter nach der offiziellen Publikumsvorführung noch
die Gelegenheit für Mitglieder der regionalen Feuerwehren und des Technischen
Hilfswerkes sich von den Rettungsprofis der Firma Hydraulik-Weber an den
Rettungsgeräten fortbilden zu lassen.
Anhand einer praktischen Vorführung der Sicherheitssysteme des Mercedes-
Benz Actros Safety Trucks vor dem bislang größten Publikum wurde das Thema
„Unfallverhütung“ demonstriert. Die Wirkungsweise des Elektronischen Stabilitätsprogrammes
wurde zuerst mit einem Sattelzug ohne Assistenzsystemen
(ausgerüstet mit Stützrädern) vorgeführt, der zeigte, wie schnell sich ein Lastzug
ohne Telligent Stabilitätsregelung auf die Seite legen kann. Dasselbe Fahrmanöver
im gelben Safety Truck mit Telligent Stabilitätsregelung erschien
dagegen nicht spektakulär und machte die Wirkungsweise des Systems deutlich.
Aufregender Höhepunkt für die Zuschauer auf den Nürburgring-Tribünen war die
Vorführung des Active Brake Assist, bei der der Safety Truck selbsttätig und im
allerletzten Moment eine Vollbremsung hinter einem - ein Stauende darstellenden
- Pkw einleitete und zum Stillstand kam. Im täglichen Verkehrsgeschehen
bedeutet dies die Rettung von Menschenleben.
„Wir sind froh, die umfassende Sicherheitsstrategie von Mercedes-Benz Trucks
zeigen zu können. Sie umfasst unter dem Begriff der Aktiven Sicherheit Fahrerassistenzsysteme,
wie im unfallverhütenden Actros Safety Truck mit den
Systemen „Stabilitätsregelung“, „Spurassistent“, „Abstandsregeltempomat“ und
dem „Active Brake Assist“ gezeigt, im Bereich der passiven Sicherheit Systeme,
die zur Minderung der Unfallfolgen von Lkw-Insassen und Unfallgegner beitragen,
und weiterhin die schnelle Rettung verunfallter Lkw-Insassen. Diese
konnten wir nun erstmals durch das Zerschneiden von unseren Atego- und
Actros-Lkw und der Ausbildung von Rettungskräften nach unserem Lkw-
Rettungsleitfaden unter Beweis stellen“, erklärte Professor Dr.-Ing. Hans-
Christian Pflug von der Lkw-Vorentwicklung der DaimlerChrysler AG, der auch
für die Lkw-Unfallanalysen und die Sicherheitsstrategie verantwortlich ist.
Am Rande der Veranstaltung bemerkte die Ehefrau eines Truckers zu den
Rettungskräften, wie oft sie in Angst um ihren Ehemann ist, wenn dieser auf
Tour ist. Nach dieser Demonstration geht sie sicherlich beruhigter nach Hause,
im Wissen, dass DaimlerChrysler sich nicht nur um die Konstruktion sicherer
Lkw kümmert, sondern auch Rettungskräfte ausbildet, die im Falle eines Unfalles
das Unfallopfer richtig retten. Denn es könnte ihr Mann sein.

Rettung von verletzten Fahrern aus Lkw-Fahrerhäusern

Rettung von verletzten Fahrern aus Lkw-Fahrerhäusern
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