Schalke müht sich zum 1:0-Sieg gegen Frankfurt
Von Ulli Brünger, dpa
10.05.2008, 19:06:49
Gelsenkirchen (dpa) - Dank Mladen Krstajic hat der FC Schalke 04 seine Chance auf die erneute Direkt-Qualifikation für die Champions League gewahrt. Mit seinem zweiten Saisontor in der 65. Minute bescherte der serbische Fußball-Nationalspieler den Königsblauen einen mühsamen 1:0 (0:0)-Sieg vor 61 482 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena gegen Eintracht Frankfurt. Mit dem vierten Erfolg im fünften Spiel unter dem Interims-Trainerduo Michael Büskens und Jouri Mulder besitzt Schalke vor dem letzten Saisonspiel weiter die Chance wie im Vorjahr auf den zweiten Tabellenplatz zu landen, muss aber auf einen Punktverlust von Werder Bremen hoffen. «Nach unseren letzten Niederlagen wollten wir heute hinten besser stehen. Das ist uns auch ganz gut gelungen. Allerdings wussten wir auch, dass Schalke sehr gute Kopfballspieler hat und gefährlich bei Standards ist», sagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel. Sein Kollege Büskens war nicht mit dem Spiel, aber mit dem Ergebnis zufrieden: «Wir mussten lange auf das Tor warten. Wir haben uns sehr schwer getan. Aber der Sieg erhält uns die Chance auf ein Endspiel am nächsten Samstag.» Die seit sieben Spielen sieglosen Hessen mussten mit dem letzten Aufgebot antreten. Funkel fehlten gleich acht Spieler, darunter auch Aaron Galindo und Christoph Spycher. Dafür rückten Marco Russ und Benjamin Köhler in die Abwehr. Schalke trat mit derselben Mannschaft an, die zuletzt beim VfL Bochum mit 3:0 gewonnen hatte. Die erste Möglichkeit hatte Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis nach einer Viertelstunde, doch sein Schuss strich am Tor vorbei. Danach bemühte sich der Gastgeber, den Druck auf die kompaktstehende Elf aus Frankfurt zu erhöhen und kam zu eigenen Chancen. In der 28. Minute hatten die Schalke-Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch Mehdi Mahdavicia klärte per Kopf für den geschlagenen Markus Pröll auf der Linie. Der Torhüter war zuvor weit aus dem Kasten geeilt, um gegen Jermaine Jones zu retten. Allerdings bediente Pröll dabei Gerald Asamoah, der per Distanzschuss aus gut 30 Metern auf das verwaiste Tor fast Erfolg gehabt hätte. Acht Minuten später scheiterte Asamoah nach Vorlage von Ivan Rakitic am guten Pröll. Im zweiten Durchgang kamen bei Schalke Albert Streit und Vicente Sanchez für Asamoah und Halil Altintop. Doch zunächst zeigten diese Wechsel wenig Wirkung. Das Spiel plätscherte ohne besondere Höhepunkt eine Viertelstunde dahin. Erst mit dem wuchtigen Kopfballtreffer von Krstajic aus acht Metern nach einer Ecke von Rakitic kam wieder Leben in die Arena. Frankfurt verstärke nun die eigenen Angriffsbemühungen, ohne jedoch die von Marcelo Bordon erneut gut organisierte Schalker Defensive ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Der Frankfurter Russ und Kuranyi (r) versuchen an den Ball zu kommen.
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Energie feiert viertes Wunder - 2:0 gegen den HSV
Von Jens Mende, dpa
10.05.2008, 19:09:11
Cottbus (dpa) - Als das vierte Lausitzer Fußball-Wunder perfekt war, erhielt als Erster Retter Bojan Prasnikar eine Sektdusche. Mit Mauertaktik und viel Leidenschaft eroberte sich Cottbus am Samstag mit einem 2:0 (1:0) gegen den Hamburger SV ein weiteres Jahr Erstklassigkeit. «Das war nicht nur ein Spiel, sondern eine Serie. Das war kein Glück», erklärte der slowenische Trainer, der den FC Energie mit harter Hand und viel taktischem Schliff zum Klassenverbleib geführt hat. «Sensationell», jubelte Ervin Skela, während seine Kollegen auf dem Zaun vor der Nordtribüne ausgiebig feierten. Wie schon 2001, 2002 und 2007 jubelte der kleine Club im Osten über den Verbleib in der Beletage des deutschen Fußballs. Dem HSV dagegen droht nach der schon verspielten Champions-League-Chance nun sogar der Absturz aus den UEFA-Cup-Rängen. Von den letzten neun Spielen konnten die Hamburger nur ein einziges gewinnen und halten Platz fünf vor den punktgleichen Wolfsburgern und Stuttgartern (alle 51 Zähler) nur noch wegen der besseren Tordifferenz. «Wir haben verdient verloren gegen eine Mannschaft, die nicht die Qualität hat wie wir, aber die Leidenschaft», kommentierte HSV-Coach Huub Stevens die Pleite. Nur wenn die Hamburger zum Saison-Halali gegen Karlsruhe die schwarze Serie brechen, kommen sie ins internationale Geschäft. Der Kroate Stiven Rivic (29. Minute) und der Däne Dennis Sörensen (83.) machten einen Spieltag vor Saison-Schluss den fünften Heimsieg von Energie nacheinander perfekt - und der Jubel im Stadion der Freundschaft kannte keine Grenzen. Mit nun 36 Punkten bleibt Energie erstklassig, die roten Nichtabstiegs-Hemden zeigten das Erfolgs- Motto: «Immer daran geglaubt - Bundesliga 2008/09», stand auf den Shirts. «Wir haben alles richtig gemacht», erklärte Prasnikar, der nach den Gelb-Sperren des Stamm-Trios Cvitanovic, Ziebig und Angelow seinem Team eine wirkungsvolle Defensiv-Taktik verordnet hatte. In der Anfangsphase produzierte die neu zusammengestellte Abwehr allerdings einige schwere Fehler. Doch weder Vincent Kompany, der nur das Außennetz traf (13.), noch Ivica Olic nach bösem Schnitzer von Igor Mitreski (21.) konnten daraus Kapital schlagen. Paolo Guerrero brachte gar das Kunststück fertig, den Ball frei aus zehn Metern nicht im Tor unterzubringen (23.). Der HSV, ohne den gesperrten Jerome Boateng, agierte gegen die eigentlich nur verteidigenden Cottbuser viel zu langsam. Und was doch auf das Cottbuser Tor kam, parierte Gerhard Tremmel. Der Energie-Keeper verdiente sich vor allem für seine Paraden gegen Olic (15.) und David Jarolim (18.) Bestnoten. Wie aus heiterem Himmel dann die Lausitzer Führung: Praktisch bei der ersten gelungenen Offensiv-Aktion passte Dimitar Rangelow, der nach einer Bandscheiben-Operation in diesem Jahr erstmals wieder in der Startelf stand, den Ball geschickt zu Rivic und der Stürmer ließ bei seinem zweiten Bundesliga-Treffer HSV-Torwart Frank Rost keine Chance. Am Verlauf der Partie änderte auch das 1:0 nichts. Die laschen Gäste hatten im vorletzten Spiel unter Stevens - der Aufsichtsrat soll am Dienstag über die mögliche Verpflichtung des Niederländers Martin Jol als Nachfolger entscheiden - klar die Spiel- Kontrolle. Doch wie schon so oft in der Rückrunde fehlte den Gästen die nötige Konsequenz in den Zweikämpfen und vor allem im Abschluss. Dagegen machte Sörensen nach einem Konter die Entscheidung klar.
Energies Stiven Rivic jubelt über seinen Treffer zum 1:0.
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Raffael rettet Hertha-Sieg gegen Nürnberg
Von Andreas Zellmer, dpa
10.05.2008, 18:20:44
Berlin (dpa) - Hertha BSC hat sich mit einem Sieg von seinen Zuschauern verabschiedet, der 1. FC Nürnberg steht weiter am Abstiegs-Abgrund. 47 072 Zuschauer im Berliner Olympiastadion mussten bis zur 74. Minute warten, bis sie der Brasilianer Raffael mit seinem Tor zum 1:0 (0:0) gegen den «Club» erlöste. Damit gelang den Berlinern, die sich in der Tabelle weiter nach oben orientierten, im letzten Heimspiel der dritte Sieg in Serie. Der Abstiegs-Kandidat Nürnberg, der im Vorjahr an gleicher Stelle Pokalsieger gegen Stuttgart geworden war, setzte seine «schwarze Serie» in Berlin fort: Der letzte Nürnberger Sieg im Olympiastadion liegt knapp 17 Jahre zurück. Am nächsten Samstag kann sich der FCN aber mit einem Heimsieg gegen Schalke noch retten, wenn Bielefeld in Stuttgart nicht gewinnt. Zehn Minuten vor Schluss verwehrte Schiedsrichter Babak Rafati den Nürnbergern einen Foulelfmeter. «Das haben doch alle gesehen, das war ein klarer Elfer», haderte der von Josip Simunic gefoulte Angelos Charisteas nach dem Spiel mit dem Unparteiischen. «Das ist ein unglaubliches Gefühlschaos. Aber den Druck, den wir jetzt haben, haben wir uns selbst zuzuschreiben», sagte Nürnbergs Keeper Daniel Klewer nach der bitteren Niederlage. «Der nicht gegebene Elfer war unfassbar, da hat wohl der Linienrichter geschlafen», sagte Gäste- Trainer Thomas von Heesen, der weiter an den Klassenerhalt glaubt. In den ersten 20 Minuten hatten die Franken die größeren Spielanteile, ohne allerdings eine hundertprozentige Torchance herauszuspielen. In der 12. Minute rettete Hertha-Keeper Jaroslav Drobny nach einem platzierten Schuss des Griechen Charisteas. Ansonsten sorgte der sperrige Jan Koller, Nürnbergs einzige echte Sturmspitze, noch für ein wenig Unruhe vor dem Berliner Strafraum. Aber zu oft war der Tscheche auf sich alleine gestellt. Hertha spielte anfangs abwartend gegen eine Nürnberger Elf, die zwar beherzt nach vorne spielte, aber keineswegs den Eindruck erweckte, als wolle sie die Chance auf den Klassenverbleib mit allen Mitteln beim Schopfe packen. Nachdem sich die Gastgeber im letzten Heimspiel akklimatisiert hatten, lief es für die Herthaner von der 30. Minute an besser. Der mitunter etwas zaghaft wirkende Brasilianer Raffael hatte zwei Chancen auf dem Fuß (27./38.). Die bis dahin größte Gelegenheit vergab Hertha-Torjäger Marko Pantelic (43.), als er nach einem Freistoß des agilen Rudolf Skacel allein vor dem FCN-Torhüter Daniel Klewer stand, aber den Ball nicht über die Linie bekam. Vorher hatte Gojko Kacar den Skacel-Ball mit dem Kopf verfehlt. Nach dem Wechsel verflachte die Partie zunächst. Die Herthaner mühten sich mehr schlecht als recht vor dem Strafraum der Gäste. Raffael hatte in der 73. Minute das 1:0 auf dem Fuß, als er sich nach einem sehenswerten Dribbling im Nürnberger Strafraum durchsetzte, dann im Abschluss aber patzte. Eine Minute später hatte er nach seinem vierten Saisontreffer dann aber doch noch Grund zum Jubel - und die Fans waren mit einem Spiel versöhnt, das nur teilweise guten Fußball und Dramatik bot. Die unglücklichen Nürnberger verließen den Rasen mit gesenkten Köpfen und setzen nun ihre Hoffnungen auf das Saison-Finale gegen Schalke und die mögliche Schützenhilfe der Stuttgarter. «Jetzt haben wir das Endspiel gegen Schalke und ich bin überzeugt davon, dass wir den Klassenerhalt schaffen», sagte von Heesen und machte auf Zweck-Optimismus. Vom Mittwoch an will der «Club» in ein Trainingslager gehen.
Skacel (r) von Hertha BSC im Duell mit Charisteas (l) vom 1. FC Nürnberg.
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Werder vor direkter CL-Quali: 6:1-Gala gegen 96
Von Michael Rossmann, dpa
10.05.2008, 18:09:05
Bremen (dpa) - Werder Bremen hat weiter die besten Chancen auf die Vize-Meisterschaft und die direkte Qualifikation für die Champions League. Die Bremer gewannen im Heimspiel gegen Hannover 96 nach einer kleinen Gala-Vorstellung mit 6:1 (2:0). Die Bremer liegen damit vor dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga am kommenden Wochenende mit zwei Punkten und deutlich besserem Torverhältnis vor Schalke 04. Für den Tabellenzweiten trafen vor 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion Hugo Almeida (15.), Naldo (27.), Tim Borowski (73.), Ivan Klasnic (80.), Markus Rosenberg (82.) und Aaron Hunt (87.). Für Hannover 96 war Szabolcz Huszti (90.) erfolgreich. Die Bremer zeigten gegen die im Hinspiel 4:3 erfolgreichen Hannoveraner eine sehr starke Leistung und erwiesen sich als klar bessere Mannschaft. «Das war ein schönes Saison-Finale im eigenen Stadion», sagte Trainer Thomas Schaaf. «Wir sind unseren Weg gegangen.» Mit dem nach abgelaufener Sperre wieder spielberechtigten Torsten Frings, der für den gesperrten Kapitän Frank Baumann auf der Sechser-Position auflief, setzten die Gastgeber die 96er von Abpfiff an unter Druck. «Wir haben das Spiel klar beherrscht», sagte Werder-Chef Jürgen L. Born bereits zur Halbzeit. Werder dominierte die Partie von Beginn an und kam angesichts mehrerer Chancen wie dem Latten-Treffer von Frings (12.) völlig verdient zu den vielen Toren. Auffälligster Spieler war dabei zunächst Naldo, der vor allem beim ersten Treffer brillierte. Der brasilianische Verteidiger führte den Ball über den halben Platz, überlief die auf Abseits lauernde 96-Abwehr und passte kurz vor Hannovers Torwart Robert Enke auf den mitlaufenden Almeida, der nur noch einschieben musste. Den zweiten Treffer erzielte der Innenverteidiger dann selbst per Kopf. Obwohl die Bremer es danach etwas ruhiger angehen ließen, kamen sie zu weiteren guten Chancen, etwa als der aufgerückte Per Mertesacker (52.) freistehend an Robert Enke scheiterte. Die endgültige Entscheidung brachte schließlich der schöne Volley-Treffer von Borowski. Anschließend war dann «Tag des offenen Tores». Zunächst konnte Klasnic sein Trefferkonto mit einem Abstauber erhöhen, nachdem Enke einen Elfmeter von Diego abgewehrt hatte. Anschließend durften auch noch Rosenberg und Hunt zuschlagen. Im Blickpunkt stand nach der spektakulären Kung-Fu-Einlage gegen den Hamburger Ivica Olic auch der Bremer Tormann Tim Wiese. Drei Tage nach der viel diskutierten Szene präsentierte sich der Keeper nicht immer sicher, leistete sich aber keine Eskapade - auch wenn er sich zehn Minuten vor Schluss vergeblich als Elfmeterschütze anbot. »Dafür haben wir Schützen eingeteilt», sagte Schaaf. Hannover bot im Weserstadion Sommer-Fußball. Ohne den erkrankten Mike Hanke sowie die verletzten Michael Tarnat und Hanno Balitsch kamen die Gäste erst in der 35. Minute zu ihrer ersten großen Chance, doch Benjamin Lauth vergab bei einem Seitfallzieher nach Pass von Arnold Bruggink. Den Gästen war indes nicht anzumerken, dass sie sich noch Hoffnungen auf den UI-Cup machen. Zu umständlich und zu langsam agierte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking. Nur durch einen Elfmeter gab es den Ehrentreffer.
Die Bremer (l-r) Diego und Naldo jubeln mit dem Torschützen zum 1:0.
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Duisburg kann sechsten Abstieg nicht vermeiden
Von Morten Ritter, dpa
10.05.2008, 18:23:40
Duisburg (dpa) - Der MSV Duisburg hat den Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga verloren und muss zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte den Weg in die Zweitklassigkeit antreten. Die Mannschaft von Trainer Rudi Bommer unterlag dem frisch gekürten Meister FC Bayern München mit 2:3 (0:3) und kann den Sprung auf Platz 15 am letzten Spieltag nicht mehr schaffen. Damit muss die erst zu Saisonbeginn aufgestiegene Elf gleich nach einem Jahr wieder absteigen. Vor 31 500 Zuschauern in der ausverkauften MSV-Arena besiegelten die Treffer von Andreas Ottl (2. Minute) und Lukas Podolski (18./20.) das Schicksal der Duisburger, für die Mihai Tararache (48.) und Markus Daun (53.) trafen. «Wir sind natürlich sehr traurig und müssen das erst einmal verarbeiten. Die schnellen Gegentore haben uns nervös gemacht. In der Halbzeit habe ich erstmals an die Ehre der Spieler appelliert», meinte Bommer. Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sagte: «Für uns war wichtig, dass wir bis zum Ende unser Spiel durchziehen. Wir stehen auch in der Verantwortung gegenüber den anderen Teams. Für Duisburg und die tollen Fans tut mir der Abstieg leid.» Bei hochsommerlichen Temperaturen präsentierte sich der Titelträger aus München ohne seine 40-Tore-Offensive Luca Toni (Kniekehle), Franck Ribery (muskuläre Probleme) und Miroslav Klose (Nase). Dennoch konnte Hitzfeld in seinem letzten Liga-Auswärtsspiel eine namhafte Elf ins Rennen schicken, die auch von Beginn an keine Zweifel an einem Erfolg aufkommen ließ. Im Angriff durfte neben Podolski der frühere Aachener Jan Schlaudraff auflaufen. Bereits in der 2. Minute nutzte Ottl einen Abpraller aus der Duisburger Abwehrreihe und traf aus 18 Metern per Flachschuss zum 1:0. Die Gastgeber, die auf ihre etatmäßigen Stürmer Manasseh Ishiaku und Claudiu Niculescu verzichten mussten, waren gegen den Meister überfordert und sahen sich nach einem Doppelschlag von Podolski hoffnungslos im Hintertreffen. Zunächst traf der Nationalstürmer in der 18. Minute per Kopf, zwei Minuten später mit einem Linksschuss ins Eck zum 3:0. Mit ihrem Ersatzsturm Markus Daun und Klemen Lavric blieben die Duisburger viel zu ungefährlich, um Bayern ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Torhüter Oliver Kahn, der von den MSV-Fans mit Sprechchören gefeiert wurde, erlebte in seinem vorletzten Bundesliga-Spiel einen geruhsamen Nachmittag. Im zweiten Abschnitt ließ es der mittlerweile seit neun Spielen unbesiegte Titelträger aus München gemächlich angehen. So gelang dem Rumänen Tararache mit einem sehenswerten Linksschuss der 1:3- Anschlusstreffer (48.). Fünf Minuten später schaffte Daun mit einer feinen Einzelleistung sogar das 2:3. Mehr erlaubte der Meister dem Absteiger an diesem Nachmittag dann aber nicht.
Der Münchner Torschütze Lukas Podolski jubelt über sein 0:3.
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VfL Wolfsburg siegt mit 4:0 gegen VfB Stuttgart
Von Gert Glaner, dpa
10.05.2008, 18:11:37
Wolfsburg (dpa) - Der VfL Wolfsburg hat seine Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz in der kommenden Fußball-Saison mit einem 4:0 (2:0)-Heimsieg über den VfB Stuttgart genährt. Marcelinho (16.), Edin Dzeko (22.), Ricardo Costa (55.) und Ashkan Dejagah (75.) erzielten vor 28 001 Zuschauern die Tore für das Team von Trainer Felix Magath, das in der Bundesliga-Tabelle damit an den Schwaben vorbeizog. «Das war heute eines der besten Spiele, was wir je in Wolfsburg gesehen haben. Wir haben unser Saisonziel schon übertroffen», sagte VW-Chef Martin Winterkorn sichtlich zufrieden. Die Stuttgarter verloren nicht nur die Partie, sondern auch noch Kapitän Fernando Meira, der bereits in der 18. Minute wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte sah. «Wir haben eine schlechte Leistung abgeliefert und verdient verloren. Wir waren von der ersten Minute an nicht da», kritisierte Stuttgarts Mittelfeldspieler Roberto Hilbert die eigene Leistung und die seiner Teamgefährten. Bei tollem Pfingstwetter und prächtiger Kulisse ergriffen die in Bestbesetzung angetretenen Hausherren sofort die Initiative und schnürten den VfB in dessen Hälfte ein. Den Lohn dafür gab es bereits nach einer guten Viertelstunde. VfL-Verteidiger Marcel Schäfer schoss aus 20 Metern so scharf ab, dass Stuttgarts Torhüter Raphael Schäfer den Ball nur abklatschen konnte. Seine Vorderleute bekamen den Ball nicht unter Kontrolle, und Wolfsburgs Regisseur Marcelinho schoss zu seinem sechsten Saisontor ein. Sechs Minuten später legte Dzeko nach. Der Bosnier behauptete kurz vor der Strafraumgrenze klug den Ball, schoss dann plötzlich und traf wunderschön in den rechten Torwinkel. Da hatte der so häufig gescholtene Schäfer keine Abwehrmöglichkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatte er nur noch neun Vorderleute, nachdem Kapitän Meira erneut die Nerven verloren hatte. Der Abwehrchef wurde von Schiedsrichter Wolfgang Stark (Landshut) des Feldes verwiesen, da er VfL-Stürmer Grafite mit einem Ellbogencheck niedergestreckt hatte. Für Meira war es schon die zweite Rote Karte in der laufenden Saison. Im Gefühl, den Gegner im Griff und dezimiert zu haben, ging der VfL in der Folge nicht immer mit der letzten Konsequenz zu Werke. Dies wäre vor der Pause fast bestraft worden, aber Cacaus platzierter Schuss traf nur den linken Pfosten. Die kleine Stuttgarter Hoffnung auf eine Wende währte aber nur bis kurz nach Wiederanpfiff. Nach dem Kopfballtor des Wolfsburger Abwehrchefs Costa nach einer Ecke des eingewechselten Ashkan Dejagah war die Partie endgültig entschieden. Dejagah legte dann selbst noch einen Treffer nach. Am Ende hätte der entthronte deutsche Meister Stuttgart noch höher verlieren können.
Der Wolfsburger Edin Dzeko (l) bejubelt seinen Treffer zum 2:0 mit Riether.
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Rostock steigt ab - 1:2 gegen Leverkusen
Von Karsten Lehmann, dpa
10.05.2008, 18:12:51
Rostock (dpa) - Das Kapitel Fußball-Bundesliga ist für den FC Hansa Rostock nach nur einem Jahr wieder beendet. Der ostdeutsche Traditionsverein verlor mit 1:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen und steht damit als Absteiger fest. Vor 22 000 Zuschauern in der Rostocker DKB-Arena erzielten Kapitän Simon Rolfes (40.) und Gonzalo Castro (58.) jeweils per Foulelfmeter die Gäste-Treffer. Addy-Waku Menga (67.) traf für die Rostocker, die vor dem letzten Spieltag Tabellenletzte bleiben. «Die Mannschaft hat in dieser ausweglosen Situation noch einmal alles versucht. Es war wieder symptomatisch für die Saison, wie wir die Tore bekommen habe», sagte Hansa-Coach Frank Pagelsdorf und fügte hinzu: «Ich bleibe Trainer in Rostock. Das Ziel kann nur direkter Wiederaufstieg lauten.» Bayer verbesserte sich in der Tabelle auf Rang vier und kann damit den Einzug in den UEFA-Cup aus eigener Kraft schaffen. Für Leverkusen war es der erste Sieg auf fremdem Platz nach fünf Auswärtspleiten in Serie. Gäste-Akteur Jens Hegeler sah bei seiner Bundesliga-Premiere wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (83.). «Uns ist heute ein Stein vom Herzen gefallen. Nach der Negativ-Serie der letzten Wochen und der damit entstandene Druck hat die Mannschaft gut gespielt. Am Ende haben wir uns über die Ziellinie geschmissen», sagte Leverkusens Trainer Michael Skibbe. Sportdirektor Rudi Völler meinte: «Jetzt haben wir ein Endspiel gegen Bremen. Darauf freuen wir uns. Wir können noch alle unsere Saisonziele erreichen.» Die Hanseaten begannen engagiert, ließen aber wie so oft in dieser Spielzeit die nötige Durchschlagskraft vermissen. Nach 33 Partien stehen gerade mal 28 Tore zu Buche - der mit Abstand schlechteste Wert der Liga. Leverkusen überließ den Rostockern die Spieleröffnung, doch die Norddeutschen waren damit völlig überfordert. Mit müdem Fußball konnten sie die Skibbe-Elf nicht in Bedrängnis bringen. Ganz anders sah das auf der Gegenseite aus. Mit schnellen Kontern stürzte Leverkusen die Hansa-Defensive von einer Verlegenheit in die nächste. Tranquillo Barnetta (9.) und Castro (28.) besaßen die bis dahin die besten Chancen. Die Führung markierte Rolfes (40.). Nach Foul von Assani Lukimya-Mulongoti an Arturo Vidal im Strafraum verwandelte der Nationalspieler den Foulelfmeter sicher zu seinem achten Saisontor. Nach dem Wechsel war von einem letzten Aufbäumen der Rostocker zunächst nichts zu sehen. Die Mannschaft ergab sich ihrem Schicksal und erntete dafür von den eigenen Anhängern Pfiffe. Und dann patzte auch noch Torhüter Jörg Hahnel. Erst verstolperte er einen Rückpass, dann holte er bei der anschließenden Rettungsaktion Stürmer Dmitriy Bulykin von den Beinen. Castro traf per Foulelfmeter (57.). Erst nach dem 0:2 wachten die Rostocker auf, verstärkten endlich ihre Offensiv- Bemühungen und zeigten die Leidenschaft, die sie im Abstiegskampf zuvor vermissen ließen. Erst scheiterte der eingewechselte Regis Dorn (66.), dann gelang Menga per 14-Meter-Schuss der Anschlusstreffer. Anschließend rettete Leverkusens Torhüter René Adler mit mehren Parden seinem Team den Sieg und schickte Rostock in die 2. Liga.
Der Rostocker Zafer Yelen (l) wird von Simon Rolfes verfolgt.
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Bielefeld vor Herzschlagfinale - 2:2 gegen BVB
Von Dietmar Fuchs, dpa
10.05.2008, 18:39:47
Bielefeld (dpa) - Das Zittern nimmt kein Ende, Arminia Bielefeld steht im Kampf um den Klassenverbleib ein Herzschlagfinale bevor. Die Ostwestfalen kamen gegen Pokalfinalist Borussia Dortmund nur zu einem 2:2 (2:1). Damit können sie erst im letzten Saisonspiel am 17. Mai beim entthronten Meister VfB Stuttgart die weitere Zugehörigkeit zur Fußball-Bundesliga sichern. Vor der Saison-Rekordkulisse von 27 400 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften SchücoArena erzielten Thorben Marx (24. Minute/Foulelfmeter) und Artur Wichniarek (34.) die Bielefelder Treffer. Für den stark ersatzgeschwächten BVB war der frühere Armine Delron Buckley (28.) erfolgreich. Den zweiten BVB-Treffer besorgte Arminen-Keeper Rowen Fernandez (83.) mit einem Eigentor. Dem ersten Frust folgte die sofortige Trotzreaktion. «Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Klasse halten werden in Stuttgart», sagte Arminia-Trainer Michael Frontzeck, der früher selbst beim VfB aktiv war. Eine «gewisse Bitternis» wollte der 44-Jährige nicht verhehlen: «Aber die darf sich jetzt nicht ausbreiten.» BVB-Coach Thomas Doll lobte den enormen Willen seines Teams: «Wenn man bedenkt, dass wir acht wichtige Spieler nicht dabei hatten, dann haben wir eine große Moral bewiesen.» Nach drei Heimsiegen hintereinander herrschte bei der Frontzeck-Elf vor dem Aufeinandertreffen mit dem künftigen UEFA-Cup-Teilnehmer große Zuversicht, zumal die Dortmunder auf der früheren «Alm» in acht der vergangenen zehn Spiele ohne Treffer geblieben waren. Die Partie begann schwungvoll, Alexander Frei (8.) für den BVB und Sibusiso Zuma (11.) auf der Gegenseite hatten gute Tormöglichkeiten. Dann ging Bielefeld durch einen von Marx verwandelten Foulelfmeter in Führung, nachdem Dortmunds Schlussmann Marcel Höttecke Wichniarek gefoult hatte. Für Marx war es im 49. Einsatz der erste Treffer überhaupt im Arminia-Trikot. Nur vier Minuten später glich der ehemalige Bielefelder Buckley nach Vorlage von Frei mit seinem ersten Saisontreffer aus, ehe Wichniarek nach einer herrlichen Flanke von Daniel Halfar mit seinem zehnten Treffer in dieser Spielzeit per Kopf die Halbzeitführung der Gastgeber besorgte. Zuma (47.) und der Dortmunder Jakub Blaszczykowski (50.) eröffneten den zweiten Durchgang mit guten Möglichkeiten. Bielefeld drängte auf die Entscheidung, doch die Begegnung blieb offen. Riesenjubel gab es dann, als die 1:0-Führung von Herta BSC gegen den Bielefelder Abstiegskonkurrenten aus Nürnberg eingeblendet wurde - die Fans witterten die Rettung. Von der 78. Minute an agierten die Gastgeber in Überzahl, weil Robert Kovac wegen wiederholten Foulspiels des Feldes verwiesen wurde. Fünf Minuten später fiel zum Entsetzen der Bielefelder das 2:2, als ein Freistoß des Schweizers Frei an den Pfosten, dann an Fernandez und vom Kopf des südafrikanischen Keepers unglücklich ins Netz prallte. Frontzeck bot vier Neue in seiner Startelf auf. Bei Dortmund, das sich am Dienstag mit dem 3:2 gegen Stuttgart vorzeitig gerettet hatte, kehrte der ehemalige Nationalverteidiger Christian Wörns an seinem 36. Geburtstag in die Innenverteidigung zurück.
Bielefelds Torwart Rowen Fernandez jubelt nach dem 1:0.
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Bochum siegt 3:1 bei enttäuschenden Karslruhern
Von Michael Becker, dpa
11.05.2008, 11:13:46
Karlsruhe (dpa) - Der VfL Bochum hat dem Karlsruher SC die Saisonabschluss-Sause vor den eigenen Fans vermiest und den schwächelnden Badenern die fünfte Heimniederlage der Saison beigebracht. Die Mannschaft von Trainer Marcel Koller gewann verdient mit 3:1 (1:0) und feierte damit nach zuletzt zwei Niederlagen ohne Torerfolg einen etwas überraschenden Auswärtserfolg. Die Tore für den VfL erzielten vor 27 920 Zuschauern im Karlsruher Wildparkstadion Mimoun Azaouagh (45.), Christoph Dabrowski (48.) und Stanislav Stestak (50.). Dem furios in die Saison gestarteten Aufsteiger aus Karlsruhe scheint hingegen trotz des späten Treffers von Kapitän Mario Eggimann (88.) mit nur einem Sieg aus nun elf Spielen endgültig die Puste auszugehen. «Ich hätte mir vorgestellt, dass es heute ein Fußballfest gibt. Es ist vor allem für die Fans schade, dass es keines geworden ist», sagte Eggimann, der nach der Saison zu Hannover 96 wechselt. «So hat es einen etwas faden Beigeschmack.» VfL-Kapitän Thomas Zdebel sprach dagegen von einem «sehr guten Spiel» der Bochumer. Und: «Wir haben all das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.» Bei strahlendem Sonnenschein begann zum Unmut von Trainer Edmund Becker vor allem die KSC-Defensive, als wollte sie den Zuschauern im letzten Saison-Heimspiel einen unterhaltsamen Nachmittag bereiten. Im Spielaufbau agierten die Badener behäbig, die Bochumer Deckung, in der Pavel Drsek den am Fuß verletzten Marcel Maltritz ersetzte, wurde den durchschaubaren KSC-Angriffen mühelos Herr. Die ersten Akzente setzte der VfL, bei dem Coach Koller Joel Epalle hinter den Spitzen Sestak und Benjamin Auer aufgeboten hatte. Zunächst verzog Sestak (9.) knapp, nachdem er sich gegen Florian Dick durchgesetzt hatte, den Becker für den am Sprunggelenk verletzten Andreas Görlitz aufbot. Nur wenige Minuten später gelang dem tags zuvor von den Bochumern für vier Jahre von Schalke 04 verpflichteten Mimoun Azaouagh fast ein Kunstschuss, doch KSC-Keeper Markus Miller faustete den Eckstoß von der Linie (14.). Im direkten Gegenzug vergab Tamas Hajnal freistehend aus 12 Metern die beste KSC-Chance in der ersten Spielhälfte. Danach schien es, als sei der Fehlschuss des zu Borusia Dortmund wechselnden Spielmachers der richtige Weckruf für die Heimelf gewesen, doch Buck (22.), Freis (34.), Eggimann (35.) und erneut Hajnal (43.) gingen zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Kurz vor dem Pausenpfiff demonstrierte dann Azaouagh doch noch die Zielstrebigkeit, die der insgesamt eher tempoarmen Partie bis dahin gefehlt hatte: Nach einem Sololauf fast über das halbe Spielfeld ließ er Miller keine Chance. Die Halbzeitpause reichte den Hausherren offenbar nicht, um diesen Schock zu überwinden. Die Gäste übernahmen wie zu Beginn des ersten Spielabschnitts das Kommando und machten nun kurzen Prozess: Binnen drei Minuten machten Dabrowski nach Flanke des glänzend aufgelegten Azaouagh und erneut Sestak mit seinem 13. Saisontreffer frühzeitig den fünften Bochumer Auswärtssieg perfekt. Danach war Karlsruhe zwar bemüht, die eigenen Fans noch zu versöhnen, doch Bochum blieb mit der sicheren Führung im Rücken jederzeit Herr des Geschehens.
Die Bochumer (l-r) Epalle, Azaouagh und Sestak bejubeln den Treffer zum 0:1.
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