Löw und Schneider: Noch vage EM-Hoffnungen
27.04.2008, 12:44:06
Berlin (dpa) - Trotz einer Operation an der Halswirbelsäule will Fußball-Nationalspieler Bernd Schneider seine EM-Teilnahme noch nicht endgültig abschreiben - und auch Bundestrainer Joachim Löw hofft auf eine Blitzheilung des Leverkuseners. «Man muss jetzt mal die nächsten zwei, drei Tage abwarten, davon hängt viel ab. Danach gibt es eine Untersuchung und man kann mehr sagen», sagte Löw der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte beim 34 Jahre alten Schneider einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert, der einen sofortigen operativen Eingriff in Hannover unausweichlich machte. Schneiders Arbeitgeber Bayer 04 hatte die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes für «frühestens Mitte Juli» angekündigt - demnach würde die Europameisterschaft ohne den Routinier stattfinden. Schneider und Löw wollten sich am Wochenende jedoch noch nicht mit einem Ausfall anfreunden. «Die Operation ist gut verlaufen. Die Genesung kann schneller gehen, als viele denken», erklärte Schneider in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». In der «Bild am Sonntag» ergänzte er: «Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Klar, die Ärzte haben das letzte Wort.» Vielleicht sei ein Bandscheibenvorfall am Halswirbel nicht so schlimm wie einer unten am Rücken. Schneider hatte sich schon die ganze Saison mit verschiedenen Verletzungen und Blessuren geplagt, war nie richtig in Form gekommen. Trotzdem stellte Löw dem Mittelfeldmann wie auch dem langzeitverletzten Christoph Metzelder einen Freifahrtschein zur EM-Endrunde aus. Die Hoffnungen auf ein überraschend schnelles Comeback des 81-maligen Nationalspielers aber scheinen nur sehr vage. Schwere Bandscheiben-Verletzungen ziehen in der Regel längere Pausen nach sich. Als jüngstes Beispiel kehrte der Bulgare Dimitar Rangelow bei Energie Cottbus zwei Monate nach einer Bandscheiben-OP in den Spielbetrieb zurück. «Die Hoffnung stirbt zuletzt», bemerkte Schneider selbst. Das EM-Aus könnte zugleich seine Auswahl-Karriere nach neun Jahren beenden. Über die erneute Verletzung bei Torsten Frings, der das 3:3 der Bremer in Karlsruhe wegen einer Kapselverletzung im rechten Sprunggelenk verpasste, macht sich Löw keine Sorgen: «Er trainiert nächste Woche wieder.» Schneiders Ausfall würde die EM-Chancen besonders von David Odonkor und Tim Borowski, die Löw zu den letzten Länderspielen nicht mehr eingeladen hatte, verbessern. «So denkt man nicht. Es tut mir unheimlich leid für Bernd. Ich werde ihn in den nächsten Tagen mal anrufen», erklärte jedoch Borowski. Unabhängig davon aber will der Bremer mit in die Schweiz und nach Österreich: «Ich arbeite hart für mein Ziel. Es läuft seit vier, fünf Spielen gut für mich und heute war ich an zwei Toren beteiligt.» Auch Odonkor, Überraschungsspieler bei der WM 2006, lauert nach aufsteigender Form bei Betis Sevilla wieder auf seine Chance. Vor ein paar Wochen hätte sich der «Sprinter» selbst noch nicht qualifiziert. «Aber jetzt würde ich an der Stelle von Jogi Löw sagen: 'Der Odonkor muss mit'», meldete sich der Spanien-Legionär in der «BamS». Der Bundestrainer, der am 16. Mai auf der Zugspitze offiziell seine 23 EM-Fahrer präsentieren wird, hält sich weiter bedeckt: «Wir haben noch keinen Spieler von unserer größeren Liste vollkommen weggestrichen.»
Löw schreibt Nationalspieler Bernd Schneider noch nicht für die EM ab.
Nach oben
Klasnic greift Werder-Ärzte vehement an
27.04.2008, 17:17:20
Bremen (dpa) - Nach der Klage von Ivan Klasnic gegen zwei Vereinsärzte von Werder Bremen kann der Fußball-Bundesligist nicht wie gewünscht zur Tagesordnung übergehen. Der 28 Jahre alte Profi hat erstmals mit drastischen Worten die Mediziner angegriffen, denen er Fehler bei der Behandlung seiner Nierenkrankheit vorwirft. «Es werden die Leute angeklagt, die Scheiße gebaut haben. Sie werden dafür büßen», sagte Klasnic vor Medienvertretern bei der üblichen Pflege-Behandlung der Bremer Spieler. Er lebt seit März 2007 mit einer Niere seines Vaters. «Das ist keine Sache, die uns entzweit. Wir haben auch Interesse daran, dass das aufgeklärt wird und keine Dinge zurückbleiben», hatte Geschäftsführer Klaus Allofs noch am Vortag nach dem 3:3 des Tabellenzweiten beim Karlsruher SC erklärt. Doch das Vertrauen zwischen Klasnic und Mannschaftsarzt Götz Dimanski scheint völlig zerstört. «Ich lasse mich nicht mehr von Doktor Dimanski behandeln und untersuchen», bekräftigte Klasnic seinen Entschluss. Lange Zeit habe er geschwiegen. «Aber jetzt reicht es mir. Die Wahrheit muss raus», sagte Klasnic, der bei seiner verbalen Attacke nicht von einem Anwalt begleitet wurde. Der angegriffene Arzt wehrte sich. «Ich habe mich korrekt verhalten», betonte Dimanski. Er saß während der 65 Minuten, die Klasnic in Karlsruhe spielte, auch auf der Bank, stets bereit, ihm zu helfen. Sollte eine Behandlung auf dem Spielfeld durch den Bremer Teamarzt erforderlich sein, will Klasnic diese nicht ablehnen. «Die Qualen, die ich hatte, muss erstmal jemand erlebt haben», sagte Klasnic. Er will in der ARD-Talksendung «Beckmann» über die Hintergründe seiner Leidensgeschichte sprechen. Nach einem Bericht der Tageszeitung «Die Welt» hatte Klasnic über seinen Hamburger Anwalt Klage auf Schmerzensgeld vor dem Landgericht Bremen gegen die Mediziner eingereicht. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» geht es auch um Schadensersatz. Der Streitwert liege bei 1 427 944,55 Euro. Neben Dimanski, Geschäftsführer und Ärztlicher Leiter der Sporthep Werder GmbH, einer Tochtergesellschaft von Werder Bremen, beschuldigt der Profi auch die Kardiologin Manju Guha, Ärztliche Leiterin in der Rehazentrum Bremen GmbH, die zu 49 Prozent der Sporthep gehört. Klasnic wirft den Medizinern «leichtfertige Falschbehandlung» vor. Dimanski und Guha sollen bei dem Spieler jahrelang auffallend schlechte Nierenwerte nicht erkannt haben. Die Ergebnisse hätten ihnen sagen müssen, dass die Nieren des Profis sein Blut nicht mehr richtig filterten. Grundlage der 21 Seiten umfassenden Klageschrift sind nach «Spiegel»-Angaben zwei medizinische Gutachten. Eines stamme von Professor Arno Lison, Direktor im Zentrum für Innere Medizin am Bremer Klinikum-Mitte. Das andere habe Professor Ulrich Kunzendorf, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten der Uniklinik Schleswig-Holstein, erstellt. Die Werder-Mediziner wiesen die Vorwürfe im «Spiegel» zurück und sprachen von einem «schicksalhaften» Krankheitsverlauf. Allofs betonte, dass Dimanski weiter das Vertrauen des Clubs habe und als Mannschaftsarzt tätig sei. Der Arzt sagte in Radio Bremen: «Menschlich berührt es mich natürlich sehr. Sachlich gesehen gehe ich ganz gelassen ran. Glücklicherweise ist Ivan Klasnic Profi durch und durch, was ich von mir auch hoffe zu sein, und so gehen wir mit dieser ganzen Sache professionell um.»
Ivan Klasnic spielt nach seiner Nierentransplantation wieder für Werder Bremen.
Nach oben
«Cooler» Ballack lässt Chelsea Träumen
27.04.2008, 12:06:32
London (dpa) - Mit zwei Treffern gegen Spitzenreiter Manchester United hat Michael Ballack den Traum des FC Chelsea vom Titelgewinn in der Premier League am Leben erhalten. Englands Presse bewunderte den Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor allem wegen seiner Nervenstärke, mit der er vier Minuten vor Spielende einen Handelfmeter zum 2:1-Siegtreffer nutzte. «Personifizierte Coolness», schrieb die «Mail on Sunday», «ein Deutscher und ein Elfmeter, da gibt es keine Zweifel.» Ballack habe das Gipfeltreffen «mit dieser Art von Elfmeter» entschieden, «mit der seine Landsleute über die Jahre schon so viele englische Herzen gebrochen haben», zollte die «Sunday Times» dem überragenden Chelsea-Spieler ihren Respekt. Mit einem fulminanten Kopfballtor kurz vor der Pause und dem kühl verwandelten Strafstoß sicherte Ballack Chelseas dramatischen Sieg praktisch im Alleingang, nachdem Wayne Rooney zwischenzeitlich der Ausgleich für «ManU» gelungen war (57.). Zwei Spieltage vor Saisonende zogen die «Blues» nach Punkten mit dem Gegner gleich. Die «Red Devils», die mit einem Sieg ihren 17. Meistertitel praktisch hätten perfekt machen können, haben dank einer um 16 Treffer besseren Tordifferenz aber weiter die Nase vorn. Chelsea widmete den Sieg der im Alter von 58 Jahren verstorbenen Mutter von Ballacks Mittelfeldkollegen Frank Lampard, der wegen des Trauerfalls pausiert hatte. «Der Sieg ist für Frank und seine Familie», sagte Ballack nach dem Spiel bescheiden. «Es ist nicht leicht, zwei Spiele zu gewinnen, wenn man unter Druck steht», meinte Chelsea-Trainer Avram Grant. «Ich hoffe, dass wir auch am Ende der Saison Grund zur Freude haben.» Allerdings muss dazu «ManU» gegen West Ham United und Wigan Athletic mindestens einen Punkt lassen, während Chelsea sich gegen Newcastle United und die Bolton Wanderers keine Blöße geben darf. Während auch die «News of the World» Ballack in den höchsten Tönen lobte («Die sicherste Wette im Fußball: Ein Elfmeter, ein Deutscher, eine Formalität»), bezeichnete Sir Alex Ferguson den späten Elfmeter gegen seine Mannschaft als «absolut diabolische Entscheidung». Der Manchester-Coach hatte gegen Chelsea nicht seine stärkste Elf aufgeboten. Torjäger Cristiano Ronaldo wurde erst nach einer Stunde für den an der Hüfte lädierten Rooney eingewechselt. Der Portugiese lieferte sich prompt einen nicht geahndeten Ringkampf mit Ballack, in dem sich der Deutsche Respekt verschaffte. Stürmer Carlos Tevez kam nicht zum Einsatz, der in der Champions League zuletzt starke Paul Scholes saß auf der Tribüne. «Ballack bestraft Manchesters Frechheit», titelte deshalb der «Sunday Telegraph». Das siegreich beendete Gipfeltreffen an der Stamford Bridge, mit dem die «Blues» ihre Heimserie auf 81 Liga-Partien ohne Niederlage ausbauten, gibt Chelsea weiter Auftrieb. Am Mittwoch gegen den FC Liverpool haben Ballack und Co. nach dem 1:1 im Hinspiel alle Chancen, erstmals in der Vereinsgeschichte ins Champions-League- Finale einzuziehen. Damit würde der umstrittene Grant, der nach der 50. Partie auf Chelseas Trainerbank entgegen seiner Gewohnheit beide Fäuste gen Himmel streckte, aus dem Schatten seines charismatischen Vorgängers Jose Mourinho treten. Statt Chelseas «Totengräber», so die «Sunday Times», wäre Grant dann am Ende der «Wunderheiler» der Londoner Millionentruppe.
Chelseas Michael Ballack erzielte beide Treffer gegen ManU.
Nach oben
Abstiegs-Fernduell zwischen Arminia und dem «Club»
Von Dietmar Fuchs, dpa
15.05.2008, 13:43:29
Düsseldorf (dpa) - Es ist das ultimative Finale im Kampf gegen die Zweitklassigkeit. In einem ostwestfälisch-fränkischen Fernduell ermitteln Arminia Bielefeld und der 1. FC Nürnberg den dritten Absteiger aus der Fußball-Bundesliga. «Es geht ums Überleben», schildert Nürnbergs Verteidiger Andreas Wolf die Folgen der Alles- oder-nichts-Auseinandersetzung, bei der die Nerven der Protagonisten bis zum Zerreißen angespannt sein werden. Der Ausgang des Fernduells ist eine Gleichung ohne Unbekannte: Gewinnt Bielefeld beim entthronten Meister VfB Stuttgart, bleibt die Arminia (33 Punkte) in jedem Fall erstklassig. Bei einem Remis oder einer Niederlage sind die Ostwestfalen auf die Hilfe des FC Schalke 04 angewiesen, der beim «Club» (31 Punkte) noch um die direkte Champions-League-Qualifikation fightet. Bei einem Bielefelder Remis und einem gleichzeitigen Erfolg des letztjährigen Pokalsiegers Nürnberg würde die bessere Tordifferenz (Nürnberg minus 14, Bielefeld minus 25) den Ausschlag zu Gunsten der Franken geben. Dann gebührt der zweifelhafte Titel «Rekordabsteiger» allein den Ostwestfalen. Die Trainer sind sich einig. «Wir bleiben drin» - so lautet die Botschaft von Arminia-Coach Michael Frontzeck und Nürnbergs Chef- Übungsleiter Thomas von Heesen, der als Spieler, Manager und Trainer zwölf Jahre in Bielefeld aktiv war und nun mit dem «Club» dafür sorgen will, dass sein langjähriger Arbeitgeber zum siebten Mal in die 2. Liga muss. Letztmals mussten beide Vereine 2003 gemeinsam den Gang in die Unterklassigkeit antreten. Die Ereignis-Dramaturgie soll den «Club»-Spielern vorenthalten werden. Während der entscheidenden Partie gegen Schalke werden auf den Anzeigetafeln in Nürnberg keine Zwischenstände von den anderen Begegnungen gezeigt. «Jetzt müssen wir auf keine Einblendungen achten. Unsere klare Marschroute ist, das Spiel zu gewinnen», sagte von Heesen. In Stuttgart, wo der VfB seine letzte UEFA-Cup-Chance beim Schopfe packen will, wird erst am Spieltag über solch eine Maßnahme entschieden. Die Franken bereiten sich hinter verschlossenen Türen auf das «Finale» vor. «Wir machen aber nichts Übertriebenes oder Aktionistisches», betonte von Heesen vor der Fahrt ins Kurz- Trainingslager nach Herzogenaurach. Ein Grillabend sollte das Gemeinschaftsgefühl fördern. Bielefeld reiste bereits zwei Tage vor dem Saison-Ausklang nach Esslingen in die Nähe von Stuttgart. Frontzeck will sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Es dürfe nur ganz nebenbei interessieren, «was links und rechts passiert». Er schlafe nach wie vor gut, sagte der 44-Jährige, und fügte in der ihm eigenen Gelassenheit an, worauf es allein ankommt: «Nerven behalten und ein gutes Auswärtsspiel machen.»
Thomas von Heesen bereitet das Training in Nürnberg vor.
Nach oben
«Neu-Trainer» Matthäus: Realistische Ziele bleiben
Von Jens Mende, dpa
15.05.2008, 15:50:37
München (dpa) - Für den neu ausgebildeten Fußball-Lehrer Lothar Matthäus bleiben die persönlichen Ansprüche die alten. «Man kann sich nur Ziele setzen, wenn auch die Voraussetzungen stimmen. Man kann nicht verlangen, mit Partizan Belgrad die Champions League zu gewinnen, wenn man nur ein Budget von fünf Millionen Euro hat und die anderen Vereine haben 200 Millionen», sagte der deutsche Rekord-Nationalspieler in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zwar habe er beim abgeschlossenen Trainer- Sonderlehrgang viel gelernt. «Aber ich habe mich auch vorher schon als Trainer gefühlt. Nur für viele ist es eben wichtig und die Statuten schreiben es vor.» Das DFB-Präsidium hatte Matthäus aufgrund seiner großen Verdienste für die deutsche Nationalmannschaft den speziellen Weg zum Trainerschein genehmigt. Als Allein-Schüler absolvierte der 47-Jährige mehr als 300 Unterrichtseinheiten. «Bei einem so intensiven Kurs ist der Druck noch größer. Man musste ständig konzentriert sein», bemerkte Matthäus. Langfristige Ziele aber will sich der Absolvent nicht setzen. Die außergewöhnliche Karriere als Profi garantiert dem 150-maligen Nationalspieler keine außergewöhnliche Laufbahn als Coach. «Trainer- und Spieler-Karriere sind zwei verschiedene Paar Schuhe», sagte Matthäus, der zuletzt 2006/07 bei Red Bull Salzburg Co-Trainer von Giovanni Trapattoni war. Dass viele Fans erwarten, dass Matthäus irgendwann auch als Chefcoach bei der deutschen Nationalmannschaft oder bei Bayern München arbeiten wird, berührt den «Neu-Trainer» nicht. «Erstens sind die Positionen gut besetzt und zweitens habe ich eine andere Richtung eingeschlagen. Auf diese Aufgabe freue ich mich», betonte der einstige DFB-Kapitän, der ab der kommenden Saison den israelischen Erstligisten Maccabi Natanya trainieren wird. Ganz allerdings wollte Matthäus die Vision DFB-Elf oder Bayern noch nicht begraben: «Gar nicht, würde ich nicht sagen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt habe ich das nicht im Kopf, weil sich das Thema aktuell gar nicht stellt.» Aktuell bereitet sich Matthäus auf eine Fernseh-Tätigkeit während der Europameisterschaft für Eurosport vor. «Ich versuche, so professionell wie möglich zu arbeiten und mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg zu bleiben», sagte der neue TV-Experte. Speziell der deutschen Elf will er bei der EM aber nicht auf die Finger schauen: «Die Europameisterschaft besteht nicht nur aus Deutschland. Ich freue mich auf attraktiven Fußball, auf attraktive Spiele. Ich möchte den Leuten rüberbringen, welche Tendenzen es gibt, welche Spieler sich in den Vordergrund spielen.»
Lothar Matthäus ist jetzt ausgebildeter Fußball-Trainer.
Nach oben
Zenit St. Petersburg holt UEFA-Cup
Von Christian Kunz, dpa
15.05.2008, 09:30:28
Manchester (dpa) - Bayern-Bezwinger Zenit St. Petersburg hat sich auch vom Defensiv-Bollwerk der Glasgow Rangers nicht stoppen lassen und mit dem UEFA-Pokalsieg den größten Erfolg der Vereinsgeschichte erzielt. In einem über weite Strecken langweiligen Finale setzten sich die Russen verdient mit 2:0 (0:0) gegen den schottischen Rekordmeister durch und traten damit die Nachfolge von Vorjahressieger FC Sevilla an. Vor 47 726 Zuschauern im ausverkauften City of Manchester-Stadium avancierten Igor Denisow (72. Minute) und Konstantin Syrijanow (90.+3) mit ihren Treffern zu den Matchwinnern der Russen. Sieger Zenit erhielt neben der begehrten Silber-Trophäe noch 2,5 Millionen Euro Prämie, Glasgow kassierte 1,5 Millionen Euro. Um 22.48 Uhr nahm Kapitän Anatoli Timoschtschuk den begehrten Pokal aus den Händen von UEFA-Präsident Michel Platini entgegen. «Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen haben. Man gewinnt vielleicht nur einmal im Leben einen Preis wie heute Abend», sagte St. Petersburgs niederländischer Coach Dick Advocaat, der einst auch die Rangers betreute. Er ergänzte: «Was wir dieses Jahr geschafft haben, ist super.» Vor der mit Spannung erwarteten Partie hatte sich Manchester im Ausnahmezustand präsentiert. Die Stadt war fest in Hand der Schotten, die den 350-Kilometer-Trip auf sich genommen hatten. Die BBC sprach sogar von 100 000 schottischen Besuchern, von denen nur ein Bruchteil im Besitz von Eintrittskarten war. Entsprechend hoch wurden die Tickets auf dem Schwarzmarkt gehandelt, mehrere tausend Pfund wurden geboten. Zum Glück blieb es bis zum Anpfiff weitgehend friedlich. Die Polizei berichtete von lediglich acht Festnahmen. Ungeachtet der Top-Stimmung in der randvollen Arena waren die Rangers auch in diesem «Heimspiel» wie erwartet in erster Linie auf Absicherung bedacht. Gegner Zenit, der ausgerechnet im Finale auf Top-Torjäger Pawel Pogrebnjak (Gelbsperre) verzichten musste und diesen durch den türkischen Nationalspieler Fatih Tekke ersetzte, hatte deutlich mehr Ballbesitz und durch Andrej Arschawin (4.) auch die erste gute Einschussmöglichkeit. Doch der Schuss des russischen Nationalmannschaftskapitäns ging ans Außennetz. In der Folge entwickelte sich eine an Höhepunkten arme und wenig mitreißende Partie, die für die überlegenen Russen mehr und mehr zum Geduldsspiel wurde. Die Schotten, die sieben Spiele in 17 Tagen zu absolvieren haben, machten wie gewohnt dicht, vertrauten auf ihre Abwehrstärke und ließen bis zur Pause keine weitere Chance zu. Allerdings hatten sie Glück, als Broadfoot eine Arschawin-Flanke an die Hand bekam, Referee Fröjdfeldt (Schweden) aber nicht pfiff (45.). Nach dem Wechsel kamen die bis dahin offensiv nicht in Erscheinung getretenen Glasgower zu ihrer ersten Chance. Jean-Claude Darcheville (54.) stand plötzlich frei, scheiterte aber an Keeper Malafejew. Im Nachsetzen sprang Denisow das Leder an den Arm, doch trotz aller Rangers-Proteste blieb Fröjdfeldts Pfeife erneut stumm. Dann wurde es auf dem Feld endlich lebendig: Nachdem Steven Whittakers Schuss knapp vorbeiging, verließ beim Gegenzug Neil Alexander sein Tor, doch Sasa Papac rettete bei Arschawins Heber auf der Linie (64.). Acht Minuten später aber die verdiente Zenit-Führung: Das glänzende Anspiel des starken Arschawin nutzte Denisow zur erlösenden Führung. Syrijanow, der zuvor nur den Pfosten getroffen hatte (76.), machte alles klar.
Die Petersburger lassen sich mit dem Pokal feiern.
Nach oben
Bundesliga: Vierkampf um drei internationale Plätze
Von Morten Ritter, dpa
15.05.2008, 13:36:02
Düsseldorf (dpa) - Im Endspurt um die begehrten internationalen Plätze in der Fußball-Bundesliga bleibt ein Team auf der Strecke. In der Lotterie «2 plus 1 aus 4» kämpfen die vier punktgleichen Teams Bayer Leverkusen, Hamburger SV, VfL Wolfsburg und VfB Stuttgart um zwei direkte UEFA-Cup-Ränge und ein Startrecht im UI-Cup. Als sichere UEFA-Cup-Starter stehen bisher Pokalfinalist Borussia Dortmund und ein weiteres Team aus der Fair-Play-Wertung fest. Am Ende könnte sogar die Tordifferenz darüber entscheiden, wer noch die lukrativen Europapokalspiele erreicht und wer nicht. «Das Spiel gegen Werder Bremen wird unser Cup-Finale», sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. Bayer hat von allen vier Teams mit der besten Tordifferenz (+ 18) die beste Ausgangsposition, dafür aber wohl den schwersten Gegner. Denn der Tabellenzweite Bremen muss noch seinen Platz für den direkten Einzug in die Champions League sichern. Während den Bremern ein Punkt reichen würde, könnte ein Remis für Leverkusen zu wenig sein. Werder muss im letzten Spiel der Saison allerdings auf die Verletzten Tim Wiese, Ivan Klasnic und Daniel Jensen sowie den gesperrten Jurica Vranjes verzichten. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen den Karlsruher SC hätte auch der auf der Zielgeraden schwächelnde Hamburger SV (+ 14) den Einzug in den UEFA-Cup geschafft. Beim Abschiedsspiel für Trainer Huub Stevens stehen fast alle Profis zur Verfügung, lediglich Guy Demel wurde aus disziplinarischen Gründen nicht berücksichtigt. Von den letzten neun Spielen gewann der HSV nur eines und blieb in sechs der letzten sieben Partien gar torlos. Stevens zog ein enttäuschendes Saison- Fazit. «Ich finde, es war mehr drin. Wenn wir in der Rückrunde einigermaßen Leistung gezeigt hätten, sogar die Champions League», sagte der HSV-Coach der «Bild» (Donnerstag-Ausgabe) im Interview. Der VfL Wolfsburg (+10) hofft als Tabellensechster auf einen Ausrutscher von Bayer oder Hamburg, muss aber als einziges der vier beteiligten Teams auswärts bei Borussia Dortmund antreten. «Wir verspüren keinen Druck, ganz egal, was am Samstag herauskommt. Es ist nach wie vor eine tolle Saison gewesen», sagte VfL-Coach Felix Magath. Mittelfeldspieler Marcelinho setzt auf einen positiven Saison-Ausklang. «Wenn es uns gelingt, die Ruhe zu bewahren und so aufzutreten wie gegen die Bayern und gegen Stuttgart, dann haben wir gute Chancen zu gewinnen. Und wenn dann der UEFA-Cup dabei herausspringt, sind wir alle überglücklich», meinte der Brasilianer. Vorjahresmeister VfB Stuttgart hat als Tabellensiebter mit der schlechtesten Tordifferenz (0) die ungünstigsten Voraussetzungen. Die Schwaben spielen aber vor eigenem Publikum gegen die noch vom Abstieg bedrohte Elf von Arminia Bielefeld, müssen aber auf Fernando Meira, Pavel Pardo und Serdar Tasci verzichten. Trainer Armin Veh hat sich mit seinem Kader zur Vorbereitung ins Burghotel Staufeneck bei Salach zurückgezogen. «Es geht noch um den Abstiegskampf», betonte Veh, der im Tor wieder auf Nachwuchskeeper Sven Ulreich setzt.
Rudi Völler hofft auf einen Sieg gegen Bremen.
Nach oben
Dreikampf um dritten Aufstiegsplatz in 2. Liga
Von Kristina Puck, dpa
15.05.2008, 14:18:27
Stuttgart (dpa) - Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln haben ihre Mission mit der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga schon erfüllt. Doch dahinter kämpfen mit 1899 Hoffenheim, dem FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg beim Saisonfinale der 2. Liga gleich drei Vereine um den dritten Aufstiegsplatz. Die besten Chancen hat der Dorfverein aus Hoffenheim, der wie auch die Konkurrenz zu Hause spielt. «Hätte uns im Januar einer angeboten, dass wir im letzten Spiel alles klar machen können, wir hätten sofort dankend angenommen», sagt Trainer Ralf Rangnick. Mit 57 Punkten hat der Tabellendritte aus dem 3300 Einwohner-Dorf in Nordbaden zwei Zähler Vorsprung auf die punktgleichen Verfolger und kann damit den direkten Durchmarsch aus der Regionalliga aus eigener Kraft schaffen. Mit einem Sieg gegen den Tabellensechsten SpVgg Greuther Fürth würden die Hoffenheimer zum ersten Mal in ihrer Clubgeschichte in die Bundesliga aufsteigen und ihrem Masterplan in großen Schritten voraus eilen - der sieht die höchste Klasse erst für 2010 vor. Noch nie gab es einen so kleinen Ort in der Bundesliga. Schon am vorigen Sonntag im Spiel bei Kickers Offenbach war 1899 für 26 Minuten im Oberhaus angekommen, ehe der Ausgleich die Party verdarb. «Die Mannschaft hat eine tolle Saison gespielt, egal ob sie Dritter, Vierter oder Fünfter wird», sagt Mäzen Dietmar Hopp vor der letzten Partie, die in der Messe Sinsheim auf zwei Großbildleinwänden übertragen wird. Ausgerechnet in Fürth aber es für die Hoffenheimer in der Vorrunde aber die höchste Saison-Niederlage (1:4). Rangnick fordert nun Revanche - denn wegen des besseren Torverhältnisses der Mainzer will er sich nicht auf Rechenspiele einlassen. Die Mainzer, die zuletzt gegen Köln und Alemannia Aachen verloren, bauen dagegen auf die Schützenhilfe der Franken, um den direkten Wiederaufstieg zu packen: «Fürth hat uns so oft wehgetan, es wäre doch schön, wenn sie uns mal richtig gut tun würden», sagte FSV- Präsident Harald Strutz. Er wünscht sich einen Sieg gegen den FC St. Pauli und einen Ausrutscher der Hoffenheimer auch, um Trainer Jürgen Klopp zu halten. Der 40-Jährige will den Club bei einem verpassten Aufstieg verlassen. «Das würde uns sehr wehtun», sagte Strutz. Laut Klopp soll aber die Mannschaft im Mittelpunkt stehen. «Es geht hier nicht um mich», sagte er und forderte Einsatz: «Wir müssen jeden Meter des Rasens bearbeiten.» Vor vier Jahren gelang es den Rheinhessen am letzten Spieltag schon einmal, zwei Punkte aufzuholen und sich den Aufstieg noch zu sichern. Der SC Freiburg hat vor dem «Endspiel» gegen den SV Wehen Wiesbaden wegen der schlechtesten Tordifferenz die ungünstigste Ausgangslage, dafür aber ebenfalls Erfahrung im Aufstiegsrennen. «Unsere Chance war vor dem Spiel in Gladbach nur theoretischer Natur und jetzt ist sie auch nur um ein oder zwei Prozent höher», sagte Trainer Robin Dutt, dessen Elf sich durch den Sieg gegen die schon aufgestiegene Borussia wieder ins Aufstiegsrennen katapultierte. Freiburg schaffte den Sprung in die Bundesliga 1993, 1998 und 2003, verpasste ihn zuletzt aber zweimal nacheinander als Vierter.
Mainz- Trainer Jürgen Klopp hofft am letzten Spieltag auf Schützenhilfe.
Nach oben
Abschied von Kahn und Hitzfeld
Von Carsten Lappe, dpa
15.05.2008, 14:25:32
Düsseldorf (dpa) - Nach dem Schlusspfiff am Samstag fällt der Vorhang für einen der größten Stars der Fußball-Bundesliga und ihren erfolgreichsten Trainer. Im Anschluss an die Partie gegen Hertha BSC beenden beim FC Bayern München Meister-Coach Ottmar Hitzfeld und der ehemalige Welt-Torhüter Oliver Kahn ihre Karriere in der deutschen Eliteliga. Zudem treten auch Kahns ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Jörg Böhme, Stefan Beinlich, Carsten Ramelow und wahrscheinlich auch Christian Wörns ab, die zusammen 127 Länderspiele für Deutschland absolviert haben. Dem Abschied nach 557 Bundesliga-Spielen mit dem FC Bayern und dem Karlsruher SC sieht der 38-jährige Kahn gelassen entgegen: «Irgendwann ist man einfach froh, dass es dann auch mal vorbei ist.» Emotionaler könnte es beim künftigen Schweizer Nationalcoach Hitzfeld werden, der bereits nach dem 2:0-Sieg der Bayern in der vergangenen Woche gegen Arminia Bielefeld bei der Mini-Meisterfeier einige Tränen verdrückte. «Ich habe auch ein paar Gefühle», sagte Hitzfeld. Dabei steht die große Meistersause mit den Fans auf Münchens Marienplatz nach dem Hertha-Spiel noch bevor. «Ich bin dankbar, dass ich so lange für so einen Verein spielen durfte und die Chance hatte, die ganzen Titel zu gewinnen», sagte Kahn, der mit dem Rekordmeister 16 nationale und internationale Trophäen sammelte. Ebenfalls 16 Titel stehen für Hitzfeld mit Borussia Dortmund und Bayern München zu Buche. Damit hat der 59-Jährige in seiner letzten Bundesliga-Saison Udo Lattek überflügelt, der 15 Titel mit deutschen Clubs holte. Als Nationalcoach der Schweiz will Hitzfeld die Eidgenossen zur WM 2010 nach Südafrika führen. Spätestens dort könnten sich die Wege Hitzfelds und Kahns wieder treffen. Der 86- malige Nationaltorhüter wird beim ZDF Nachfolger von Jürgen Klopp als TV-Experte bei Länderspielen und Fußball-Großereignissen. «Das wird mit Sicherheit eine interessante Sache. Da freue ich mich sehr drauf», sagte Kahn zu seiner künftigen Aufgabe. Auch Böhme und Beinlich haben schon konkrete Aufgaben vor Augen. Der zehnmalige Nationalspieler Böhme wird nach langwierigen Knieproblemen Co-Trainer bei der Amateurmannschaft seines Clubs Arminia Bielefeld. «Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschieden, mein Engagement nun als Trainer für die 2. Mannschaft einzubringen. Ich bin mir sicher, dass ich dort einiges bewegen kann», sagte der 34-Jährige, der in der Bundesliga neben Bielefeld für Eintracht Frankfurt, den TSV 1860 München, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach spielte. Ebenfalls Knieverletzungen haben bei Beinlich und Ramelow zum Karriereende geführt. Der 36-jährige Beinlich soll bei seinem Club Hansa Rostock nach dem Abstieg aus der Bundesliga anderweitig integriert werden. Für den ehemaligen Berliner, Leverkusener und Hamburger ist die Aufgabe des Teammanagers vorgesehen. Ramelow hat bereits einen Anschlussvertrag bei Bayer Leverkusen in der Tasche, lässt seinen Zukunft jedoch noch offen: «Ich weiß noch nicht, ob ich den Vertrag antrete. Es muss auf jeden Fall Spaß machen.» Unklar ist auch die Situation des 66-fachen Nationalspielers Wörns. Der Vertrag des Innenverteidigers bei Borussia Dortmund läuft aus. Obwohl der 36-Jährige im Frühjahr ankündigte, seine Karriere fortsetzen zu wollen, ist ein neuer Club bislang noch nicht in Sicht.
Ottmar Hitzfeld (l) und Oliver Kahn unterhalten sich beim Bayern-Training.
Nach oben
Werder Bremen sucht Klasnic-Ersatz
15.05.2008, 14:36:46
Bremen (dpa) - Ivan Klasnic macht bei Werder Bremen Platz für einen neuen Stürmer und muss sich selber keine Sorgen um einen neuen Verein machen. «Wenn wir einen finden, der uns weiterhilft, werden wir zuschlagen», kündigte Manager Klaus Allofs an. Schafft Werder wie erwartet die direkte Qualifikation für die Champions League, sind die für einen Spitzenstürmer notwendigen Millionen im Etat sicher. Klasnic wiederum scheint bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber wenig Probleme zu haben, mit dem VfB Stuttgart hat ein erster Fußball-Bundesligist bereits öffentlich Interesse bekundet. Werder war von Klasnic' Ankündigung, den Verein am Saisonende zu verlassen, nicht überrascht und beobachtet schon seit längerem den Markt. «Wir sind nicht aus allen Wolken gefallen», kommentierte Allofs. «Wir müssen nicht jetzt erst die Maschine anwerfen.» Namen möglicher Kandidaten nannte Allofs nicht, dementierte aber bereits das kolportierte Interesse am Berliner Marko Pantelic. Zum gewünschten Spielertyp erklärte der Werder-Manager: «Wir haben noch nie die Kopie eines Spielers geholt, das war auch bei Ailton und Miroslav Klose so.» Unter Druck stehen die Bremer bei der Stürmersuche nicht. Mit Markus Rosenberg, der bisher 13 Saisontore erzielt hat, Hugo Almeida (11) und Boubacar Sanogo (9) ist Werder für Bundesliga-Verhältnisse überdurchschnittlich besetzt. Zudem kann der in dieser Saison meist im Mittelfeld eingesetzte Aaron Hunt ebenfalls im Angriff spielen, und mit dem österreichischen Nationalstürmer Martin Harnik steht noch ein 20-jähriges Talent im Kader. «Wir sind auch nach dem Weggang von Ivan zahlenmäßig noch gut besetzt», erklärte Allofs. Für Bremen kann der Abgang von Klasnic eine Chance sein. Werder hatte mit dem Kroaten vier fast gleichwertige Stürmer auf hohem Niveau, aber keinen internationalen Klassemann. «Es ist kein Toni dabei», hatte Allofs vor wenigen Wochen den Unterschied zu einem Weltklasse-Stürmer charakterisiert. Schafft Werder bereits am Samstag den Weg in die Champions League, wäre genug Geld für eine große Investition da. «Sicher sind die Möglichkeiten über Platz zwei größer», erklärte Allofs, schränkte aber ein: «Es wird nicht zwangsläufig so sein, dass wir dann mehr ausgeben.» Da Tim Borowski als Abgang feststeht und Carlos Alberto weiter ausgeliehen werden soll, dürfte aber auch ein Mittelfeldspieler auf der Werder-Wunschliste stehen. Als einziger Neuzugang steht bisher der österreichische Innenverteidiger Sebastian Prödl von Sturm Graz fest. Der in Bremen in 150 Bundesliga-Spielen 49 Mal treffsichere Klasnic dürfte ohne Probleme einen neuen Verein finden, auch wenn in Hannover 96 und Borussia Dortmund potenzielle Clubs bereits abgewunken haben. Der klassische Strafraumstürmer spricht selbst von «sportlich interessanten Angeboten international spielender Erstliga- Vereine». Dazu würde der VfB Stuttgart passen, dessen Manager Horst Heldt den Stürmer im «Kicker» als «interessant» bezeichnete. Auch bei der EM kann der kroatische Nationalstürmer für sich werben.
Ivan Klasnic (l) und Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs gehen künftig getrennte Wege.
Nach oben
|